Auf diese Punkte kommt es bei einer Pensionierung an

VORSORGEPLANUNG ⋅
17. September 2017, 04:38
Marco Infanger

Marco Infanger

Die Zeit nach dem Arbeitsleben ist ein grosses Abenteuer, viele freuen sich auf ein neues Lebensgefühl. Wer somit sorgenfrei in den dritten Lebensabschnitt starten möchte, sollte sich entsprechend mit dem Thema Vorsorge frühzeitig auseinandersetzen. Investieren Sie spätestens ab dem 50. Altersjahr regelmässig ein paar Stunden für Ihre Altersvorsorge. Die folgende Checkliste soll Ihnen dabei helfen, gezielt und strukturiert vorzugehen:

 

1. Überblick verschaffen: Schaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Vermögens- und Vorsorgesituation (Kontoguthaben, Immobilien, Wertschriften, Vorsorgegelder aus der Pensionskasse und der Säule 3a, Lebensversicherungen, Beteiligungen, Erbanwartschaften) sowie über Ihre Verpflichtungen (Schulden, Darlehen, Alimente).

 

2. Wünsche zusammentragen: Notieren Sie sich bezüglich Pensionierung Ihre Wünsche, Ziele und Vorstellungen: Welchen Lebensstil möchten Sie führen? Wie wollen Sie wohnen? Ist Auswandern ein Thema? Welche Tätigkeiten möchten Sie in Ihrer Freizeit ausüben? Soll weiterhin einer Erwerbstätigkeit nachgegangen werden?

 

3. AHV-Beiträge kontrollieren: Bestellen Sie bei der zuständigen AHV-Stelle einen persönlichen Auszug, und überprüfen Sie, ob die AHV-Beiträge von allen Arbeitgebern ordnungsgemäss abgerechnet wurden.

4. Pensionskasse abklären: Überprüfen Sie regelmässig Ihren Pensionskassenausweis auf Ihren Rentenanspruch und auf mögliche Einkäufe für eine verbesserte Rentenleistung.

5. Szenarien prüfen: Möchten Sie sich regulär pensionieren lassen, oder wünschen Sie eine Früh-/Teilpensionierung? Prüfen Sie bei einer Frühpensionierung die Auswirkungen auf die Rentenleistungen.

6. Frühpensionierung: Bei einer Frühpensionierung müssen Sie bei Ihrer Ausgleichskasse die AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige bis zum AHV-Alter selbst bezahlen. Erkundigen Sie sich über die Höhe der zu bezahlenden Beiträge, und berücksichtigen Sie den Aufwand im Budget.

7. Kapitalauszahlung: Machen Sie sich Gedanken darüber, ob Sie das Alters­kapital ganz oder teilweise bei der Pensionierung ausgezahlt haben wollen oder lieber eine monatliche Rente bekommen möchten.

8. Budget erstellen: Schätzen Sie Ihren Einkommensbedarf im Ruhestand mittels eines Budgets ab, und vergleichen Sie den geschätzten Bedarf mit den zu erwartenden Rentenansprüchen. Wenn die budgetierten Ausgaben mit den Renteneingängen nicht gedeckt werden können, überprüfen Sie, ob das angesparte Vermögen für den lebenslangen Verzehr reichen wird.

9. Säule 3a staffeln: Verteilen Sie die Kapitalbezüge Ihrer Vorsorgeguthaben aus der zweiten Säule und der Säule 3a über mehrere Jahre. Dadurch sparen Sie Steuern.

10. Anlagestrategie festlegen: Definieren und überdenken Sie Ihre Anlagestrategie, abgestimmt auf Ihre persönlichen Ziele bei der Pensionierung. Berücksichtigen Sie dabei auch die Folgen einer zukünftig möglichen Inflation.

11. Güter- und Erbrecht: Prüfen Sie die güter- und erbrechtliche Situation. Ist der verbleibende Partner genügend abgesichert?

12. Reform-Folgen abklären: Kontrollieren Sie die möglichen Folgen einer Rentenreform auf Ihre Altersleistungen.

13. Langfristig denken: Erstellen Sie ­einen Finanzplan, welcher Ihnen die Entwicklung der Ausgaben, der Ein­nahmen sowie des Vermögens über die kommenden Jahre aufzeigt.

14. Rat und Tat: Holen Sie sich Hilfe durch eine unabhängige Beratung. Bei der Vorsorgeplanung gibt es eine ganze Fülle an Aspekten, die eine Rolle spielen. Daher ist es sinnvoll, wenn Sie sich unabhängige Beratung oder auch Rat von Freunden und der Familie holen. Unabhängige Beratung kostet jedoch. Den Preis für eine abhängige Beratung bei einer Bank oder Versicherung bezahlt man dagegen über das Produkt.


Leserkommentare

Anzeige: