Wie sieht umweltschonendes Wäschewaschen aus?

(Bild: Archiv ZZ/Werner Schelbert)
DAHEIM ⋅ Können Sie mir die einzelnen Bausteine eines gängigen Waschmittels erklären: Welche braucht es unbedingt, worauf kann der Umwelt zuliebe verzichtet werden? Welche Inhaltsstoffe sind also mehr oder weniger unbedenklich, welche sollten gemieden werden?
17. Juni 2017, 05:00
Regina Lenz, Luzern

Die schlechte Nachricht vorweg: Völlig umweltschonend waschen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Beachtet man aber ein paar Regeln, lässt sich die Belastung der Gewässer durch Waschmittel minimieren.

Ein herkömmliches Waschmittel besteht aus drei Haupt­bestandteilen: Tensiden (waschaktive Substanzen), Enthärter und Bleichmittel. Tenside umzingeln den Schmutz auf der Textilfaser und überführen ihn in die wässrige Lösung. Um die Effizienz und Wirkung eines Waschmittels zu steigern, werden verschiedene Tenside mit unterschiedlicher Wirkung zugefügt. Das bekannteste Tensid ist Seife.

Nun kommen im Wasser natürlicherweise Kalzium- und Magnesiumteilchen vor; diese reagieren leider mit Tensiden und werden in einer chemischen Reaktion zu einem neuen Produkt umgebaut: Kalkseife. Kalkseife macht sich als lästiger Graustich auf Textilien bemerkbar und lagert sich an den Heiz­stäben der Waschmaschine ab. Die Bildung von Kalkseife lässt sich verhindern, indem dem Waschmittel Enthärter wie etwa Zeolithe zugefügt werden. Ent­härter saugen wie ein Schwamm die Magnesium- und Kalziumteilchen auf. Die Ten­side behalten somit ihre ursprüngliche Gestalt und können den Schmutz ungehindert bekämpfen.

Nicht alle Flecken lassen sich mit Tensiden entfernen. Abhilfe schaffen da Bleichmittel (Perborate). Diese zerstören die chemische Struktur von Lebensmittelflecken und haben zusätzlich eine antimikrobielle Wirkung. Perborate sind aber für Gewässerorganismen schädlich und bleichen farbige Textilien aus. Deshalb wird in Bunt- und Feinwaschmitteln auf Bleichmittel verzichtet.

Als Kaufanreiz werden Waschmitteln – neben den waschaktiven Hauptbestandteilen – Farb-, Duft- und Füllstoffe zugefügt. Diese Komponenten sind eigentlich nicht nötig und belasten die Gewässer zusätzlich. Darum ist es sinnvoll, beim Kauf eines Waschmittels eine parfümfreie Version zu wählen.

Das A und O des umweltschonenden Waschens ist das Sortieren der Wäsche. Denn damit kann gezielt das an den Verschmutzungsgrad der Wäsche angepasste Waschmittel und Programm gewählt werden.

Vorbehandeln lohnt sich

Weiter sollten hartnäckige Flecken vorbehandelt werden, wodurch das Vorwaschen weggelassen werden kann. Um eine Überdosierung des Waschmittels zu vermeiden, sollte eine Dosierungshilfe benutzt und die Angaben des Herstellers befolgt werden. Auch der Härtegrad des Wassers beeinflusst die Dosierung – informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde über die Wasserhärte an Ihrem Wohnort und passen Sie die Dosierung an.

Um die Textilien möglichst lange zu erhalten, achten Sie auf die Pflegehinweise. Waschen Sie bei tiefen Temperaturen, das spart Energie und schont Umwelt und Portemonnaie. Einmal pro Monat sollten Sie jedoch mit einem bleichmittelhaltigen Waschmittel eine 60-Grad-Wäsche waschen – dies verhindert die Ansiedelung von Mikroorganismen an der Wäschetrommel.

Regina Lenz


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