Ratgeber

Schadet die Sommerhitze den Elektrogeräten?

(Symbolbild: Archiv/Stephan Kaiser)
DAHEIM ⋅ Ich habe praktisch immer das Handy, ein Tablet oder den Laptop bei mir – im Sommer auch in der Badi oder am Strand, hier oft auch ein Musikabspielgerät. Manchmal lasse ich diese Geräte aber auch im Auto. Können die modernen Geräte in der Sommerhitze Schaden nehmen? Der Akku schneller «durch» sein?
08. Juli 2017, 05:00

Nicht nur der Mensch, auch die Elektronik leidet unter ausserordentlicher Hitze, sei dies ein Handy, ein Tablet oder ein «Ghetto-Blaster». Die Geräte vertragen aber deutlich mehr, als wir denken. Trotzdem müssen sie vor allzu grosser Hitze geschützt werden. Neben der Wärme, die die Geräte im Betrieb selber produzieren, kommt die Sonneneinstrahlung dazu.

Die Sonne ist eine unglaublich starke Energiequelle. Sie strahlt auf die Schweiz jährlich gratis 220-mal mehr Energie, als wir in dieser Zeit verbrauchen. Alles, was Sonnenstrahlen aus­gesetzt ist, erwärmt sich darum schnell und stark. Ein Auto an der Sonne funktioniert wie ein Treibhaus, und ein schwarzer Laptop wirkt wie ein Sonnenkollektor: Lässt man ein solches Gerät an der Sonne liegen, wird es so heiss, dass man sich daran verbrennen und sogar das Gehäuse Schaden nehmen kann.

Darum dürfen elektronische Geräte auf jeden Fall nie an der Sonne liegen gelassen werden! Schützen Sie Ihre Geräte vor der direkten Sonneneinstrahlung. Es hilft schon enorm, die Geräte zumindest mit einem Badetuch zuzudecken oder in den Kofferraum zu legen, wo sie vor direkter Sonnenbestrahlung besser geschützt sind als in der Fahrzeugkabine.

Wärmeabfuhr sicherstellen

Elektronik braucht Strom. Nachdem dieser Strom seine Aufgabe, das Gerät zu betreiben, erfüllt hat, bleibt Abwärme im Gerät zurück und muss abgeführt werden. Aus diesem Grund befinden sich an den meisten leistungsfähigen elektronischen Bauteilen Kühlrippen, oft sorgt sogar ein kleiner Ventilator dafür, dass laufend Kühlluft zugeführt wird. Auch LED-Lampen enthalten elektronische Bauteile und haben darum Kühlrippen.

Je wärmer die Umgebung ist, desto schwieriger kann diese Abwärme abgeführt werden. Etwa ab 30 Grad Lufttemperatur wird es heikel. Es ist aber eine absolute Verschwendung, Server- oder Computerräume auf 18 Grad zu kühlen. Das braucht extrem viel Strom! Ob 18 oder 26 Grad spielt keine Rolle für die Geräte. Meist könnte daher auf ein Klimagerät verzichtet werden. Bei elektronischen Geräten ist vielmehr die Einbausituation zu beachten: Wenn die Luft nicht zirkulieren kann, können sich die Geräte so stark erhitzen, dass sie Schaden nehmen.

Kürzere Lebensdauer

Hat ein elektronisches Gerät einmal etwas zu heiss bekommen, geht es deswegen nicht sofort kaputt. Auch die Elektronik altert. Je öfter das Gerät der Hitze ausgesetzt ist, umso mehr verkürzt sich die Lebensdauer. Geräte, die regelmässig der Hitze ausgesetzt sind, leben nicht lange.

Bei Batterien oder Akkus ist es weniger problematisch. Aber auch Akkus und Batterien produzieren beim Aufladen und Abgeben ihrer Energie Abwärme. Darum sind sie hitzeresistent gebaut und werden somit an der Hitze keinen besonderen Schaden erleiden.

Bei Elektrogeräten gilt eine Faustregel: Wenn die Schokolade nicht weich wird – verträgt es auch das Gerät gut!

Jules Pikali


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