Ratgeber

Muss die Matratze im Freien ausgeklopft werden?

(Bild: Archiv ZZ/Stefan Kaiser)
DAHEIM ⋅ Früher haben wir jeweils im Frühling die Matratzen im Freien auf Brettern mit dem Teppichklopfer ausgeklopft. Ist das noch zeitgemäss beziehungsweise nötig? Wie pflegt und reinigt man heute Matratzen und Duvets – zum einen täglich, zum anderen ab und zu ganz gründlich?
27. Mai 2017, 05:00
Monika Neidhart, Goldau

Ein angenehmes Schlafzimmer- und Bettklima trägt wesentlich zu einem guten, erholsamen Schlaf bei. Dadurch erhalten wir unsere Leistungsfähigkeit und unsere Gesundheit. Es lohnt sich also, dem Raum und dem Bett unsere Aufmerksamkeit zu widmen. Ob Sie im Frühling eine gründliche Reinigung machen wollen, hängt von Ihren Bedürfnissen ab. Ein Kraftakt, wie ihn unsere Mütter und unsere Grossmütter leisteten, indem sie die Matratzen ins Freie schleppten, ist jedoch nicht mehr nötig.

Gut durchlüften

Voraussetzung für eine gute Betthygiene ist, dass die Matratze gut durchlüftet ist. Deshalb sollte immer eine Unterfederung/ein Bettgestell zum Einsatz kommen, was eine ungestörte Luftzufuhr von unten ermöglicht. Ein abnehmbarer Molton zwischen Matratze und Fixleintuch ist sehr zu empfehlen. Er lässt sich schnell abnehmen und waschen und schützt die Matratze vor Flecken. Idealerweise passt man die Dicke des Moltons und des Duvets dem individuellen Temperaturbedürfnis an. Dadurch kann man starkes Schwitzen reduzieren. Duvets werden mit unterschiedlichen Wärmeindexen angeboten. Auch bei optimaler Pflege empfehlen Matratzenhersteller, die Matratze nach rund zehn Jahren zu ersetzen. Für Duvets wird eine Reinigung nach acht Jahren empfohlen, und Kissen sollten nach sechs Jahren ersetzt werden. Allergiker sollten sich zusätzlich im Fachgeschäft beraten lassen.

Tägliche Pflege

Gutes und tägliches Lüften des Schlafzimmers ist das Wichtigste für den gesamten Bettinhalt. Wichtig ist auch, jeweils am Morgen Kopfkissen und Daunendecke kurz aufzuschütteln. Die Decke lässt man am besten über den Tag zurückgeschlagen am Fussende liegen. So können Matratze und Duvet die über Nacht aufgenommene Feuchtigkeit wieder an den Raum abgeben. Fixleintuch, Kissen- und Duvetanzüge regelmässig waschen. Sollte ein Fleck auf dem Bettzeug oder der Matratze entstehen (Kaffee, Blut …), Flüssigkeit sofort wegschütteln und Rest mit einem Schwamm nicht zu nass reinigen.

Gründliche Reinigung

Matratzen, die beidseitig gleich aufgebaut sind, sollten etwa alle drei Monate gewendet und gedreht werden. Dies trägt zur Regeneration der Materialien bei und sorgt für optimalen Liegekomfort. Duvets regelmässig ausschütteln, weil der Inhalt auch innerhalb der Steppung wandern kann. Kopf- und Fuss­en­de des Duvets zwischendurch vertauschen.

Ist die Hülle der Matratze abnehmbar, kann sie nach Bedarf selber gewaschen oder chemisch gereinigt werden (Pflegehinweise auf Etikette beachten). Das Gleiche gilt für Duvets und Kissen. Bettzeug mit synthetischem Inhalt (teils auch mit Daunen und Federn) kann selber gewaschen werden. Voraussetzung ist eine genügend grosse Waschmaschine. Für nicht waschbare Produkte empfiehlt sich die chemische Reinigung nach fünf bis acht Jahren oder eine optimale Pflege durch das Fachgeschäft oder den Hersteller.

Monika Neidhart


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