Ratgeber

Frisch gewaschene Wäsche stinkt – warum?

(Bild: Archiv LZ/Corinne Glanzmann)
DAHEIM ⋅ Unsere Mieter stellen immer wieder einen schlechten Geruch an ihrer Wäsche fest, wenn sie frisch aus der Waschmaschine kommt. Was könnte die Ursache sein? Wie könnte man es verhindern? Wir haben hier weiches Wasser, es sollte also nicht an Kalkablagerungen liegen. Die Maschine ist fünf Jahre alt, also noch nicht sehr alt.
01. Juli 2017, 05:00
Monika Neidhart, Goldau

Ursachen dafür, dass Wäsche schlecht riechend aus der Waschmaschine kommt, gibt es einige. Stets beteiligt daran aber sind Bakterien. In feuchtwarmer Umgebung vermehren sie sich besonders schnell.

Schlechte Gerüche können bei der Aufbewahrung der schmutzigen Wäsche, beim Waschen, bei der Waschmaschine oder beim Trocknen entstehen. Wird die Waschküche von mehreren Personen benutzt, ist es wichtig, dass alle die Maschine und den Raum sorgfältig pflegen. Folgende Hinweise sollen helfen, das Problem «stinkige Wäsche» zu verhindern:

— Aufbewahrung schmutziger Wäsche: Schmutzwäsche zuerst trocknen lassen (verschwitzte Kleider, feuchte Handtücher), bevor sie in einem luftdurchlässigen Behälter aufbewahrt wird. Nicht zu lange im Wäschekorb liegen lassen (Schmutz und Zeit zusammen ergeben hartnäckige, stinkende Flecken).

— Waschmittel: Entsprechend den Verpackungsangaben und der Wasserhärte vor Ort mit Massbecher dosieren. Um Gerüche zu beseitigen, kann dem Hauptwaschgang oder dem letzten Spülgang (Weichspülfach) ein Deckel (farbloser!) Essig beigegeben werden.

— Waschen: Damit die Wäschestücke ganz von der Waschlauge durchspült werden, die Textilien locker in die Waschmaschine füllen. Bei Baumwolle Wäschetrommel bis eine Handbreit, bei Synthetics und Mischgewebe maximal halb füllen. Bei stark verschmutzter Wäsche nach Möglichkeit Verschmutzungsgrad einstellen oder Waschtrommel etwas weniger füllen.

Wird nur bei tiefen Temperaturen gewaschen, besteht die Gefahr, dass an der Innenseite der Waschtrommel ein Biofilm aus Bakterien, Pilzen, Fetten, Proteinen und anderen Stoffen entsteht. Dieser kann unangenehme Gerüche in der Maschine und auf frisch gewaschener Wäsche verursachen. Wird alle paar Waschgänge mindestens eine 60-°C-Wäsche gewaschen und ein Vollwaschmittel mit Bleichmittel benutzt, besteht diese Gefahr weniger.

— Waschtemperatur: Tiefe Temperaturen und Kurzprogramme sparen Zeit, Energie und Wasser. Riecht die Wäsche aber nach dem Waschen nicht frisch, diese nochmals bei Höchsttemperaturangabe auf der Etikette waschen.

— Trocknen der Wäsche: Wäsche nach dem Waschen baldmöglichst aus der Trommel nehmen und in gut durchlüftetem Raum (idealerweise an der frischen Luft) trocknen lassen. Erst ganz trocken falten und in den Schrank versorgen.

— Pflege der Waschmaschine: Nach dem Waschen Gerätetür offen lassen und Einspülkammer etwas herausziehen. So entweicht der Wasserdampf, die Maschine trocknet innen. Restliches Waschmittel oder -hilfsmittel aus dem Behälter entfernen, damit sich keine Keime bilden. Filter regelmässig reinigen. Eventuell Wassereinlauffilter reinigen.

Riecht es trotz all der Vorsichtsmassnahmen immer noch muffig aus der Waschmaschine, könnte das ein Fall für den Sanitärinstallateur sein (even­tuell ist das Rückschlagventil nicht mehr dicht, wodurch das Abwasser zurücklaufen kann).

Monika Neidhart


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