Ratgeber

Outdoormöbelkauf: Worauf muss ich achten?

(Bild: Archiv LZ/Pius Amrein)
GARTEN ⋅ Ich möchte neue Garten-/Balkonmöbel anschaffen. Es gibt solche aus Rattan, Polyrattan, Kunststoff, Aluminium, Edelstahl, Teakholz etc. Was hält am besten, wenn man berücksichtigt, dass die Möbel den Winter über draussen stehen bleiben? Wie umweltfreundlich sind Kunststoffgartenmöbel? Was ist am sinnvollsten?
27. April 2017, 15:48
Regina Lenz, Luzern

Zur besseren Orientierung lassen sich die Grundbaustoffe von Garten- und Balkonmöbeln in drei Kategorien einteilen: Metall, Holz und Kunststoff.

Bei Gartenmöbeln aus Metall haben Sie meist die Wahl zwischen Edelstahl und Aluminium. Edelstahl ist ein Gemisch aus bis zu acht verschiedenen Metallen. Durch das richtige Mischverhältnis wird ein Edelstahl hergestellt, der rostfrei, wetterfest und sehr beständig ist. Hinsichtlich Langlebigkeit und Recycelbarkeit sind für den Outdoorbereich Edelstahlmöbel zu empfehlen.

Problematischer Abbau

Allerdings hat die Gewinnung der Metallerze immer einen negativen Einfluss auf die Umwelt. Besonders bedenklich ist dies bei der Aluminiumgewinnung. Entscheiden Sie sich trotzdem für Möbel aus diesem Metall (Vorteil: geringes Gewicht), ist es wichtig, beim Kauf auf gute Qualität des Rohmaterials und eine fachmännische Verarbeitung zu achten. Punkto Dauerhaftigkeit können die Alu­konstruktionen aber nicht mit Edelstahl und Holz mithalten.

Hartholzmöbelstücke sind nämlich genauso beständig wie Metallmöbel. Sie können gut und gerne 20 Jahre überdauern, benötigen jedoch eine etwas aufwendigere und regelmässigere Pflege. Die Ökobilanz ist jedoch meist besser als jene von Metallmöbeln.

Aus Umweltgründen sind den tropischen Hölzern wie Teakholz und Akazie ganz klar einheimische Harthölzer wie Eiche oder Kiefer vorzuziehen. Achten Sie aber beim Kauf von Holzmöbeln auf das FSC-Siegel, das für nachhaltige Forstwirtschaft steht, denn nicht nur in den Tropen müssen biodiverse Urwälder immer mehr fragwürdigen Monokulturen weichen.

Geflochtene Gartenmöbel aus natürlichem Rattan (dieses stammt von der Rattanpalme) sind für den Aussenbereich weniger empfehlenswert, da sie unter Wind und Wetter sehr stark leiden. Geeigneter für den Aufenthalt im Freien sind die Trendgartenmöbel aus wetterbeständigem Polyrattan. Dieses Flechtmaterial erinnert optisch an Rattan, wird aber künstlich aus Mineralöl hergestellt. Deshalb sind Polyrattan-Kunststofffasern nicht – wie oft suggeriert wird – umweltverträglicher als die natürlich gewonnenen Rattanfasern von Palmmonokulturen oder aus anderen Kunststoffen. Herstellung und Recycling von Kunststoffen gelten generell als ökologisch bedenklich. Aus diesem Grund ist in Bezug auf den Aspekt der Nachhaltigkeit von Kunststoffmöbeln abzuraten.

Qualität hat ihren Preis

Für welches Material Sie sich auch entscheiden: Qualitativ hochwertige, wetterbeständige und umweltverträgliche Möbel sind teuer, zahlen sich aber dank der längeren Beständigkeit aus. Für eine langjährige Freude an der Garnitur lassen Sie sich beim Kauf über die optimale Pflege beraten, und schützen Sie die Möbel während der kälteren Monate mit einer Plane. Noch besser wäre es natürlich, wenn Sie die Möbel in dieser Zeit einlagern könnten.

Regina Lenz

 

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