Ratgeber

Nach den Ferien ist die Stimmung zwischen uns schlecht

(Symbolbild: Fabienne Arnet)
BEZIEHUNGEN ⋅ Meistens, wenn wir von den Ferien nach Hause kommen, ist die Stimmung zwischen mir und meinem Partner eher gedrückt oder gar gereizt. So auch dieses Jahr. Dabei hatten wir es doch wie immer toll. Wie können wir die gute Laune der Ferien in den Alltag mitnehmen? Können wir schon während der Ferien etwas dafür tun?
10. August 2017, 05:00
Birgit Kollmeyer

Dass Sie beide es in den Ferien sehr gut miteinander haben, ist erfreulich und keinesfalls selbstverständlich: Viele Paare krachen gerade in den Ferien gegeneinander. Vielleicht, weil sie es nicht gewohnt sind, so viel Zeit miteinander zu verbringen. Oder weil die Realität den hohen Erwartungen an «die schönste Zeit des Jahres» nicht standhalten kann. Oder auch, weil Pro­bleme, die im Alltagstrubel verdeckt bleiben, plötzlich zum Vorschein kommen. Entspannte Ferien miteinander zu verbringen, ist also gar nicht so einfach.

Um sich die gute Laune auch nach den Ferien zu erhalten, könnten Sie sich schon am Urlaubsort gemeinsam überlegen, wie Sie kleine Momente im Alltag gestalten können, in denen Sie schöne Ferienerinnerungen wieder aufleben lassen. Gibt es Gerichte oder Getränke, deren Rezepte Sie sich mitnehmen wollen? Oder Andenken, die Ihnen helfen, sich an die Ferienstimmung zu erinnern?

Erinnerungen austauschen

Wieder zu Hause, nehmen Sie sich bewusst Zeit zu zweit, in der Sie die Fotos aus den Ferien anschauen und über Erinnerungen sprechen. Emotionale Nähe entsteht, wenn Sie auf die persönliche Ebene gehen: Was haben Sie als besonders toll in Erinnerung und warum? Was haben die Erlebnisse bei Ihnen ausgelöst? Und warum war es so schön, dies gemeinsam zu erleben? Was bedeutet das für Ihre Partnerschaft?

Vielleicht wird ja beispielsweise ein «italienischer Abend» (oder wo auch immer Sie waren) zu einem schönen Ritual für Sie beide. Rituale tun Paaren gut, denn sie bereichern die Partnerschaft. Man kann sie als Botschaftsträger bezeichnen, da sie Empfindungen und Erinnerungen vermitteln. Und Paare brauchen schöne Erinnerungen, um ihre Paargeschichte zu entwickeln, die ihnen zeigt, dass sie es gut miteinander haben und zusammengehören.

Rituale können bewusst eingeführt werden, etwa das Feiern wichtiger Paarereignisse wie Jahrestage. Manchmal entwickeln sie sich aber auch durch Gewohnheiten, die man liebgewinnt. Wichtig ist, dass sie für beide Partner bedeutsam und angenehm sind – dann sind sie eine schöne Möglichkeit, Liebe bewusst zu gestalten. Wird ein Ritual von einem Partner hingegen als Zwang wahrgenommen, bringt es nichts.

Etwas verändern?

Wichtig scheint mir auch, dass Sie darüber nachdenken und sich miteinander austauschen, warum Sie nach den Ferien gedrückter oder gereizter Stimmung sind. Ist es nur, weil Sie es schade finden, dass die schöne Zeit vorbei ist? Oder ist der Alltag so belastend, dass Sie nicht in ihn zurückkehren wollen? Wäre es gut, Ihre Arbeitssituation oder Ihr Privatleben zu verändern, um glücklicher zu sein?

Ferien sind eine Chance, solches zu reflektieren. Sie unterbrechen Muster und Abläufe, in denen wir oft nur funktionieren. Und bieten uns Gelegenheit, uns zu fragen, ob wir unser Leben eigentlich bestmöglich gestalten oder ob wir etwas verändern wollen, damit wir auch mit unserem Alltag zufrieden sind.

Birgit Kollmeyer


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