Ratgeber

«Babypause» auch beim Sex: Was kann ich tun?

VORSCHLAG FUER TAKE OFF-TITEL: ZUM THEMA - WIE VERFUEHRE ICH EINEN MANN / EINE FRAU..... AUFGENOMMEN AM 10. AUGUST IN SCHWYZ. LIEBE, BEZIEHUNG, PARTNERSCHAFT, SEX, ZAERTLICHKEIT, ©REMO INDERBITZIN VERFUEHRUNG (Bild: Archiv LZ/Remo Inderbitzin)
BEZIEHUNGEN ⋅ Ich (32) bin seit drei Monaten glückliche Mutter einer Tochter. Jedoch läuft es in der Beziehung mit meinem Mann nicht besonders. Schon in der letzten Schwangerschaftsphase hatte ich nicht mehr oft Lust auf Sex. Und seit der Geburt auch nicht. Mein Mann sagt nichts, aber ich spüre, dass er unzufrieden ist. Was kann ich tun?
16. Juni 2017, 05:00
Hildegard Pfäffli Murer

Was Sie gerade erleben, passiert vielen Paaren. Dass sich die Lust auf Sexualität während der Schwangerschaft und nach der Geburt verändert, ist eher die Regel als die Ausnahme. Wobei es auch sehr unterschiedlich ist.

Ihre Beziehung zu zweit entwickelt sich zur Familie. Ihre Tochter ist mit an Bord gekommen. Sie steht im Mittelpunkt, vieles dreht sich um sie. Sie als Eltern sind damit beschäftigt, zu ihr das Band einer liebevollen Beziehung zu knüpfen und mit ihr eine starke Bindung aufzubauen. Das ist wunderbar und macht Sie glücklich.

Sex als regelmässiges Thema

Doch Sie spüren, dass Ihr Mann unzufrieden ist. Es kann sein, dass er sich vernachlässigt fühlt. Gerade wenn er sieht, wie liebevoll Sie sich Ihrer Tochter zuwenden, mit ihr Zärtlichkeiten austauschen oder sie stillen, fühlt er sich vielleicht in die Ecke geschoben.

Oft hilft eins: Sprechen Sie das Thema an. Überprüfen Sie, ob das, was Sie spüren, auch von Ihrem Mann so erlebt wird. Machen Sie Sexualität bewusst zum Gesprächsthema, nicht einmal, sondern regelmässig.

Weniger Lust auf Sex oder unterschiedliche und veränderte Bedürfnisse nach Zärtlichkeit und Nähe zu haben, muss für ein Paar nicht zwingend ein Problem sein. Fragen Sie Ihren Mann, wie es ihm geht, laden Sie ihn ein, mit Ihnen auf Entdeckungsreise zu gehen. Geht es nebst der Quantität auch um die veränderten Bedürfnisse bezüglich der Qualität? Welche neu gestaltete eigene Form der Sexualität, die nicht zwingend auf Geschlechtsverkehr ausgerichtet ist, aber nicht minder erfüllend sein kann, gibt es für Sie beide?

Feste Zeitfenster

Versuchen Sie als Paar, neue Wege für Ihre Sexualität zu finden. Einige Anregungen können sein: Bauen Sie Zärtlichkeiten im Alltag ein, nicht nur mit Ihrer Tochter, sondern bewusst auch für Sie als Paar. Planen Sie feste Zeitfenster für die Zweisamkeit. Wenn Sie abends dafür zu müde sind, organisieren Sie sich Exklusivzeiten als Paar auch tagsüber.

Unternehmen Sie etwas als Paar, das Ihnen beiden guttut: Schenken Sie einander eine Massage, gehen Sie ins Kino oder essen, nehmen Sie gemeinsam ein entspannendes Bad usw. Ihr Mann möchte spüren, dass er wichtig für Sie ist, nicht nur als Vater, sondern als Ihr Partner und Geliebter. Dasselbe gilt natürlich auch umgekehrt.

Nach Geburtsverletzungen kann es hilfreich sein, dass Sie durch Selbsterkunden zuerst für sich herausfinden, welche Art von Berührungen Sie als schön empfinden. So können Sie Ihren Mann entsprechend führen und ihm mitteilen oder zeigen, was für Sie stimmig ist.

Ich wünsche Ihnen Zuversicht und das Vertrauen in Ihren Körper, dass Ihre Lust auf Sexualität wieder wächst und dass Sie sich als Paar wieder austauschen können. Es hilft nichts, Druck zu machen, dass es zu Geschlechtsverkehr kommen muss. Ausgedehnte Zärtlichkeiten hingegen können den Appetit anregen oder auch den Hunger nach körperlicher Nähe stillen.

Hildegard Pfäffli Murer
 

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