Göpf Eggs Fernsehkarriere begann mit einem kapitalen Fehler. Kurt Felix hatte es in den 1960er-Jahren nach zähen Verhandlungen geschafft, das Schweizer Fernsehen von einer Jass-Sendung zu überzeugen. In der Auftakt-Sendung vergass Göpf Egg, Jasser und Schiedsrichter in einem, zu weisen. Der «Blick» wertete das Missgeschick als Skandal. Die Redaktion wurde mit bösen Briefen eingedeckt. Das Versehen war im Rückblick ein Glücksfall. Die zweite Sendung wurde zum Publikumsmagnet. Der Jass-Sport war definitiv im Fernsehen angekommen.
Die Sendung «Stöck–Wys– Stich» und ihr Nachfolge-Format «Samschtig-Jass» katapultierten Göpf Egg in neue Sphären. Der Winterthurer, seit 1971 erster Jass-Profi der Schweiz, wurde fortan «Jasspapst» oder «Jasskönig» genannt. Er war das Mensch gewordene Jassreglement. Mehr noch: Er konnte Jass-Recht setzen, dieses durchsetzen und am Ende auch noch sanktionieren. Eggs Jass-Reglement «Puur–Näll–Jass» wurde ein Bestseller und ist heute in 9.
Auflage erhältlich. «An den von ihm organisierten Jassturnieren spielten die Teilnehmer nächtelang durch», erinnert sich Kurt Felix.
1990 trat Göpf Egg als TV-Jass-Schiedsrichter zurück, organisierte weiter Turniere und spielte im privaten Rahmen mit ungebrochenem Enthusiasmus. Kurt Felix sass mit dem König vor einem halben Jahr zum letzten Mal am Jasstisch.
«Er war wie immer», erinnert er sich: Göpf Egg hatte mehr als einen Verdacht, welches Blatt die Spieler in den Händen hielten; wer mit ihm zusammenspielte, durfte keinen Fehler begehen, sonst gab es Ärger; am Ende präsentierte er die exakten Punktzahlen, ohne nachzurechnen.
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