Calexico, Tocotronic, Iron & Wine. Das sind nur wenige der namhaften Musikgruppen, die schon in der Feldkircher Poolbar gespielt haben – im «alten Hallenbad», spektakulär eingebettet in die Rheintaler Berge, und unmittelbar neben einem eingezäunten Betonklotz gelegen, dem städtischen Gefängnis.
Doch nicht nur durch die Lage und das Musikprogramm glänzt das sommerliche Club-Festival jedes Jahr von neuem. Die Poolbar sieht auch immer wieder anders aus, einem Architektur-Wettbewerb sei dank. Für die diesjährige Gestaltung standen nicht weniger als 23 Projekte zur Auswahl.
Jetzt sind die Sieger bekannt: Jonathan Benz, Beat Lüdi und Sandra Gehrig, ein Architekten-Trio, das an der ETH Zürich studiert. Ihr Projekt namens «Insideout» beschreiben die drei in Kürzestform so: «wenn ein Tisch ein Stuhl ist, Lampen zu Vitrinen werden, die Besucher sich selber zuschauen und draussen vielleicht drinnen ist.»
Im letzten Sommer prägten den Club nackte Glühbirnen, die in vielfältigen Formationen von der Decke hingen. Jetzt sind einfache Dachlatten das dominierende Element. Zum einen werden sie zu einer neuen Deckenverkleidung zusammengefügt. Zum anderen ermöglichen sie im Innern eine flexible Möblierung: «Jedes Grundelement kann sowohl als Sitzgelegenheit als auch als Tisch verwendet werden – umdrehen genügt», heisst es im Konzept des Architekten-Trios. So werde es «nie zu wenig Stühle und zu viele Tische haben» – denn der Clubgast möbliert mit. Und mit einer eingehängten Glühbirne werden die Tische oder Stühle kurzerhand zu Lampen.
Ein weiterer Vorteil der Dachlatten-Idee ist der Preis: Ein Stehtisch soll nicht mehr als 50 Franken kosten, ein Hocker ist schon für 21 Franken zu haben, eine Lampe kostet nur 27 Franken.
Im Innern der Poolbar sind zusätzlich Kameras angebracht, die das Geschehen filmen und direkt an die Aussenfassade projizieren. «So vergessen die Besucher vor der Halle, dass sie sich trotz Kino-Feeling draussen befinden», schreiben die Architekten. «Insideout» eben, drinnen ist auch draussen.
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