Leben: 26. Januar 2010, 01:00

Dachlatten für die Poolbar

Lamellen-Effekt: Die Latten ermöglichen eine neue Beleuchtung. 
Bild vergrössern

Jedes Jahr gibt sich die Poolbar in Feldkirch per Architekturwettbewerb ein neues Gesicht. Diesen Sommer stehen im Hallenbad-Club Tische, die auch Stühle oder Lampen sein können – je nach Bedarf.

Marco Kamber

Calexico, Tocotronic, Iron & Wine. Das sind nur wenige der namhaften Musikgruppen, die schon in der Feldkircher Poolbar gespielt haben – im «alten Hallenbad», spektakulär eingebettet in die Rheintaler Berge, und unmittelbar neben einem eingezäunten Betonklotz gelegen, dem städtischen Gefängnis.

Anzeige
 
 

Architekten-Trio von der ETH

Doch nicht nur durch die Lage und das Musikprogramm glänzt das sommerliche Club-Festival jedes Jahr von neuem. Die Poolbar sieht auch immer wieder anders aus, einem Architektur-Wettbewerb sei dank. Für die diesjährige Gestaltung standen nicht weniger als 23 Projekte zur Auswahl.

Jetzt sind die Sieger bekannt: Jonathan Benz, Beat Lüdi und Sandra Gehrig, ein Architekten-Trio, das an der ETH Zürich studiert. Ihr Projekt namens «Insideout» beschreiben die drei in Kürzestform so: «wenn ein Tisch ein Stuhl ist, Lampen zu Vitrinen werden, die Besucher sich selber zuschauen und draussen vielleicht drinnen ist.»

Im letzten Sommer prägten den Club nackte Glühbirnen, die in vielfältigen Formationen von der Decke hingen. Jetzt sind einfache Dachlatten das dominierende Element. Zum einen werden sie zu einer neuen Deckenverkleidung zusammengefügt. Zum anderen ermöglichen sie im Innern eine flexible Möblierung: «Jedes Grundelement kann sowohl als Sitzgelegenheit als auch als Tisch verwendet werden – umdrehen genügt», heisst es im Konzept des Architekten-Trios. So werde es «nie zu wenig Stühle und zu viele Tische haben» – denn der Clubgast möbliert mit. Und mit einer eingehängten Glühbirne werden die Tische oder Stühle kurzerhand zu Lampen.

Ein Hocker für 21 Franken

Ein weiterer Vorteil der Dachlatten-Idee ist der Preis: Ein Stehtisch soll nicht mehr als 50 Franken kosten, ein Hocker ist schon für 21 Franken zu haben, eine Lampe kostet nur 27 Franken.

Im Innern der Poolbar sind zusätzlich Kameras angebracht, die das Geschehen filmen und direkt an die Aussenfassade projizieren. «So vergessen die Besucher vor der Halle, dass sie sich trotz Kino-Feeling draussen befinden», schreiben die Architekten. «Insideout» eben, drinnen ist auch draussen.



Share
« zurück
Kommentare Beitrag kommentieren
Zu diesem Text sind keine Kommentare vorhanden

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!
Copyright © St.Galler Tagblatt AG
Alle Rechte vorbehalten. Eine Weiterverarbeitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung zu gewerblichen oder anderen Zwecken ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von www.tagblatt.ch ist nicht gestattet.
Anzeige
Zu Tisch
12.03.2010
Der grosse Pizzatest

Pizzakurier ist nicht gleich Pizzakurier, das zeigt sich nicht nur in den unterschiedlichen Lieferzeiten. «zoom» hat fünf Kuriere in der Stadt St.Gallen getestet. ... »

11.03.2010
Billy the Kid im «Pöschtli»

Tief im Thurgau, versteckt zwischen Obsthainen und Stoppelfeldern taucht es auf: Langrickenbach. Hier wird der Fremde, die Augen am Navi klebend, zum Hindernis.... »

11.02.2010
Im hölzigen Himmel

Fasnacht im Rheintal ist nicht Fasnacht wie in der übrigen Ostschweiz. Fasnacht im «Rinntl» ist etwas Besonderes. Man gibt sich freizügig, feiert ausgelassen. In der «Krone» in Widnau ist das nicht anders.... »

Anzeige
Zu Tisch
08.02.2010
Gaumenbegabung

Vreni Giger ist seit letztem Herbst alleinige Chefin im St. Galler «Jägerhof». Der Wechsel vollzog sich fast unbemerkt, aber um doch noch ein Zeichen zu setzen, kocht Vreni Giger heute für Koch- und Winzer-Kolleginnen. Die Appenzellerin über Respekt vor dem Gast, militärische Disziplin und Winterfreuden. ... »

04.02.2010
Von der Backstube direkt auf den Teller

Der Morgenverkehr rauscht links und rechts an einem, hinter den grossen Fensterscheiben, vorbei. Auf dem kleinen Tischchen, um das man sitzt, findet nicht mal eine ausgefaltete Tageszeitung Platz.... »

03.02.2010
Eine Erfindung der Römer

Das Schweizer Militärbiscuit hat seine historischen Wurzeln im Zwieback der römischen Armee. Zwieback wurde den Soldaten als Proviant auf Feldzüge mitgegeben. Die Römer nannten den Zwieback «panis biscotum» – das zweifach gebackene Brot. Der Begriff Biscuits soll sich davon ableiten lassen.... »

Anzeige
Anzeige

Zu Tisch
03.02.2010
50 Jahre Trockenheit

Von den einen Soldaten geliebt, von den anderen wohlgelitten: Das Schweizer Militärbiscuit ist 50 Jahre alt. Für 2010 sind 70 Tonnen «Stück Sägemehl» bestellt. ... »

28.01.2010
«Es muss bierig sein»

Am Anfang war's eine Degustationstheke. Acht Jahre später ist die Bar der Roggwiler «huus-braui Spezialitätenbrauerei» eine Feierabendbar. Das Einzigartige: Der Gast sitzt auf dem Bierfass.... »

21.01.2010
Am Bodensee zmörgelen wie am Donaukanal

Einfach nur «än Kafi» gibt es hier nicht. «Was für einer soll's den sein?», fragt die Bedienung mit wienerischem Schmäh.... »

19.01.2010
Pfeffer-Penne für fünf Franken

Wem 15 Franken für eine Familienmahlzeit noch immer zu viel ist, der findet auch Billigeres.... »

19.01.2010
Auf Sparflamme

Wer im Januarloch aufs Geld achten muss, sich aber trotzdem gesund ernähren möchte, liest am besten die «Sparflamme»: Das Kochbuch versammelt Rezepte von Gerichten, die weniger als 15 Franken kosten. ... »

14.01.2010
«Cafi-Cockpit» und Herzschmerz

Bars wie diese gibt es nicht viele. Schon der Name ist eine Prophezeiung: «Bye Bye Bar». Ein Ort zum Adieu-Sagen, vielleicht für immer, vielleicht nur für zwei Wochen.... »

21.01.2010
Die Ampel auf Lebensmitteln

LONDON. Die Briten sollen wissen, ob sie beispielsweise zu viel Fett essen: Das Land hat seit drei Jahren ein einfaches Deklarationssystem. Auch in der Schweiz wird darüber diskutiert. ... »

30.12.2009
barhocker

Sambuca ohne Kaffeebohne Manchmal leert sich eine Flasche pro Tag. «Ich behaupte, wir haben den höchsten Sambuca-Umsatz der ganzen Schweiz», sagt Andreas Schoch, Geschäftsführer der Treu Bar & Lounge in Tägerwilen.... »

18.12.2009
Immer wieder Dürüm

Ein Jahr lang hat unsere Zeitung regelmässig Kebabläden in der Ostschweiz besucht. Zeit für eine Bilanz. Denn obwohl wir auf der Dürümtour das Immergleiche gegessen haben, zeigten sich nicht nur auf dem Teller Unterschiede. ... »

17.12.2009
barhocker

Gratisdeo auf dem Damenklo Wer sagt, Uznach liege in der Provinz, der muss beim Besuch der Vertigo Bar hurtig umdenken.... »

10.12.2009
Statt Fleisch gibt's Rucola

Im Schaufenster ranken sich Pflanzen um einen grossen Flachbildschirm. Von aussen ist er gut zu sehen; Fotos von leckeren Kebabgerichten sollen schliesslich hungrige Passanten anlocken.... »

03.12.2009
Spiegeleier vom Heizpilz

Für Skifahrerinnen und Boarder ist der Apéro nach einem langen Tag im Schnee ein Ritual, dass sich jeweils ganz von selbst einstellt. Die Latten werden gebuckelt und zum Hotel oder ins Ferienhaus getragen.... »

26.11.2009
Mit Scharf

Hauptsache orange Im ovalen Turm am Bahnhof sind ein paar Fenster hell erleuchtet. Das neue Wahrzeichen von Heerbrugg thront über dem ebenso neuen Dorfzentrum. Auch daneben an der Hauptstrasse fällt eine frisch gestrichene orange Fassade ins Auge.... »

19.11.2009
Man trifft sich auf zehn Quadratmetern

«Kannst Du den Fernseher anmachen, Hampi?», fragt eine ältere, aber rüstige Frau den Chef des Hafen-Treffs in Rorschach. Sie komme seit 33 Jahren täglich hierher, zum Morgenkaffee oder manchmal auch zum Raclette, sagt sie.... »

Anzeige
Anzeige
zum Seitenanfang
Samstag, 13. März 2010, 16.07 Uhr
© St.Galler Tagblatt – Publikation der TAGBLATT MEDIEN