Letzten Samstag ass ich seit längerem mal wieder eine Wurst. Eine grossartige St. Galler Bratwurst vom Metzger Schmid. Noch während ich schmauste, fiel mir eine kleine Geschichte ein, welche sich vor ungefähr zwei Jahren abspielte. Auf dem Weg zum toxic.fm- Radiostudio bin ich an eben erwähnter Metzgerei vorbeigekommen. Und da ich gerade meine Spendierhosen anhatte, rief ich beim Sender an und fragte, ob jemand Lust verspüre, einen Happen Heisses und Phantastisches zu sich zu nehmen. Natürlich hatte ich Interessenten, einer davon war ein schweizweit bekannter Rapper namens Greis. Dieser leitete damals einen Workshop und bekam natürlich seine Bratwurst, und zwar XXL. Oder wie wir St. Galler sagen: eine Kinderfest- Bratwurst. Eigentlich sollte ich hierzu noch einen Kommentar abgeben, aber ich lasse es jetzt einfach mal.
Ich sehe vor meinem geistigen Auge noch heute, wie dieser Rapper vor mir stand und mir in breitem Bernerdialekt erklärte, dass er nun begreife, warum die St. Galler keinen Senf auf ihre Wurst schmieren würden: «Es wäre ein Verbrechen», lauteten seine Worte. Er hatte verstanden.
Ebenfalls ein Verbrechen ist es, eine St. Galler Bratwurst nicht richtig zu braten. Und so frage ich hier ganz offiziell vor dem Beginn der Fussball-Challenge-League- Rückrunde, wie es möglich ist, dass im AFG-Stadion keine einzige der weissen Würste auf den Punkt gebraten wird? Im Espenmoos war mir das ja noch Wurst, und ein halbes Jahr Anlaufzeit habe ich den AFG-Bratern auch eingeräumt. Aber nun wär's Zeit zu erkennen, wie's funktioniert. Ansonsten esse ich im Stadion weiterhin nur Pommes-frites oder nehme ganz einfach Senf mit. Ein Wurst-Verbrecher unter vielen fällt ja wohl nicht auf.
Lukas Bollhalder
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