Thierry Volery: Es können viele Fehler passieren. Zum Beispiel kann das Produkt technisch noch nicht reif sein und sich deshalb nicht auf dem Markt etablieren. Oder niemand will das Produkt kaufen, weil man vorher den Markt nicht sorgfältig studiert hat. Oder die Geschäftsidee ist grundsätzlich nicht rentabel.
Volery: Das hängt davon ab, wie optimistisch man ist. Es gibt viele Unternehmer, die auch nach ein, zwei Jahren Selbständigkeit noch am Existenzminimum leben. Jeder muss sich genau überlegen, wie lange er das mitmachen will.
Volery: Ja. Wenn Sie zum Beispiel ein Biotechnologie-Produkt verkaufen wollen und zuerst klinische Tests durchführen müssen, dann kann es Jahre dauern, bis Sie schwarze Zahlen schreiben. Bei Dienstleistungen ist es einfacher. Ein Coiffeursalon beispielsweise sollte relativ schnell rentieren.
Volery: Auch hier kommt es auf das Produkt an. Heute sind aber viele Start-ups von Anfang an international tätig. Sie werden «global geboren», wie man in der Ökonomie sagt. Dank Freihandel und weltweiter Vernetzung ist es heute auch einfacher als früher, im Ausland tätig zu sein.
Volery: Da gibt es kein Geheimrezept. In der Schweiz bestehen wenige Fördermassnahmen für Jungunternehmer, diese müssen aus eigener Anstrengung zu Geld kommen. Das ist vielleicht gar nicht schlecht. Denn wer schon die Investoren nicht überzeugen kann, wird auch später am Markt kaum Erfolg haben.
Volery: Nein, das kann ich nicht bestätigen. Gemäss einer Umfrage arbeiten heute fast acht Prozent der Schweizer in einem Start-up oder überlegen sich, eines zu gründen. Diese Quote ist seit zehn Jahren relativ stabil und auch in der Wirtschaftskrise nicht gesunken. Die Schweiz ist nach wie vor ein unternehmerisches Land.
Volery: Das stimmt. Wenn die Wirtschaft boomt, ist es nicht schwierig, sich am Markt zu behaupten. Anders sieht es in der Krise aus, da ist man schneller weg vom Fenster.
Volery: Ja, denn wenn sich das Kundenverhalten ändert, tun sich neue unternehmerische Möglichkeiten auf. Die Menschen bleiben in den Ferien zum Beispiel lieber in der Schweiz, als nach Thailand zu fliegen. Dem können Unternehmer mit entsprechenden Reiseangeboten begegnen.
Roger Berhalter
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