Probefahrt

Der Mégane ist nicht mehr der Brave

31. März 2017, 05:17
Matthias Hafen

Den Renault Mégane kennen in der Schweiz viele als Mobility-Auto. Rot. Zuverlässig. Brav. Letzteres Attribut streifen die Franzosen mit der neusten Generation ab. Vom niederländischen Designer Laurens van den Acker zeitgemäss und mit neuem Familiengesicht gezeichnet, präsentiert sich der zum Schweizer Auto des Jahres 2017 gewählte Kompaktwagen primär dank der coupéhaften Dachlinie ausdrucksstärker und dynamischer denn je.

In der GT-Version, mit 205 PS starkem Turbobenziner unter der Haube, ist der Mégane im Detail noch dynamischer gezeichnet. Der vordere Stossfänger und der Kühlergrill tragen deutlich die Handschrift von Renault Sport. Die optionalen 18-Zoll-Alufelgen sind ein weiterer Hingucker. Und am Heck ist der Mégane GT an den beiden verchromten Auspuff-Endrohren erkennbar, die stilistisch das Thema der vorderen Lufteinlasskanäle aufnehmen.

Überraschend bequeme Schalensitze

Der Franzose weckt auf den ersten Blick sportliche Gefühle – und das auch im Inneren. Die aufpreispflichtigen Alcantara-Sitze mit blauen Ziernähten nehmen den exklusiven GT-Lack «Bleu Iron» auf und bieten trotz ihrer Schalenform auch für breitere Hintern viel Komfort. Das Lenkrad ist griffig, wie es bei einem solchen Auto gehört und die Schaltpaddles sind nicht zu übersehen. Optisch also ist der neue Mégane Grandtour GT ganz auf Sport getrimmt und Eltern müssen für ein Familienauto nicht mehr auf Coolness verzichten. In seinem Kern aber bleibt der kompakte Franzose erfreulicherweise alltagstauglich. Das 1,6-Liter-Aggregat stellt mehr als genügend Power zur Verfügung. Einzig das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe schien für den «Race»-Modus etwas behäbig und sorgte bei normaler Fahrt für manch hochtourige Situation.

Alle vier Räder lenken mit

Der neue Mégane GT verfügt als erstes Fahrzeug seines Segments über die Vierradlenkung «4Control». Unterhalb von 60 km/h lenken die Hinterräder ganz leicht in Gegenrichtung der Vorderräder ein, was eine Verkürzung des Radstands simuliert und die Wendigkeit erhöht. Überschreitet das Fahrzeug 60 km/h, lenken die Hinterräder in die gleiche Richtung wie die Vorderräder ein, was eine Verlängerung des Radstandes simuliert und das Auto stabiler führt.

Matthias Hafen


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