Region Wil: 29. Oktober 2008, 08:21

Handlungsbedarf nach Unfall

Die Kreuzung Schulhausstrasse-St. Gallerstrasse: Hier verunfallte gestern ein 15-jähriger Velofahrer, als er aus der Schulhausstrasse die vortrittsberechtigte St. Gallerstrasse überqueren wollte, um auf den gegenüberliegenden Radweg zu gelangen. Bild: ml.

ZÜBERWANGEN. Ein 15-jähriger Schüler verunfallte gestern mit seinem Fahrrad auf der St. Gallerstrasse in Züberwangen. Der schwer verletzte Schüler musste mit dem Hubschrauber ins Spital gebracht werden. Der Quartierverein Bitzi hat reagiert und fordert eine Entschärfung der gefährlichen Verkehrssituation.

magnus leibundgut

Mit grosser Geschwindigkeit, oft mit gegen 100 km/h, fahren die Autos zwischen Wil und Zuzwil auf der St. Gallerstrasse an Züberwangen vorbei. Täglich überqueren diese Strasse viele Schüler, um auf dem parallel zur Strasse geführten Radweg entweder in die Sproochbrugg nach Zuckenriet oder in die Schulen nach Wil zu gelangen.

Gestern Dienstagmorgen, kurz nach 6.30 Uhr, wollte ein Schüler von der Schulhausstrasse her kommend die St. Gallerstrasse überqueren und muss hierbei wohl das herannahende Auto übersehen haben. Obwohl der 45-jährige Autofahrer bremste, konnte der Unfall nicht mehr verhindert werden. Die St. Gallerstrasse musste für neunzig Minuten gesperrt, der Verkehr umgeleitet werden.

Behörden tragen Verantwortung

Unmittelbar nach dem Unfall hat Harry Schulenburg vom Quartierverein Bitzi in Züberwangen reagiert und Roland Hardegger, Gemeindepräsident von Zuzwil, und dem Gemeinderat in einem Offenen Brief darauf aufmerksam gemacht, dass Verkehrsunfälle nicht Kollateralschäden des 21. Jahrhunderts seien und dass die Behörden die Verantwortung tragen würden für die gefährliche Verkehrssituation rund um das Schulhaus in Züberwangen.

Harry Schulenburg erinnert in seinem Brief daran, dass der Gemeinderat vor über fünf Jahren in einem Schreiben mitgeteilt habe, dass diese gefährliche Kreuzung eines der nächsten Projekte sei, das der Gemeinderat angehen werde.

Verkehrsinsel wird gefordert

«In der Zwischenzeit sind Jahre vergangen, etliche Strassen in der Gemeinde wurden neu geteert und mit asiatischem Granit verschönert, schöne Brücken sind gebaut, Quartiereinlenker umgestaltet und Radaranlagen installiert worden. Beim Schulhaus in Züberwangen ist aber nichts passiert – ausser Dutzende Unfälle», so Schulenburg, der mit seinem Brief seinem Unverständnis Ausdruck verleihen möchte darüber, dass die Behörden untätig geblieben seien, anstatt die Initiative zu ergreifen: «Ich verstehe nicht, wieso die reiche Gemeinde Zuzwil zwar Millionen ausgibt für irgendwelche Strassenbauprojekte, sich aber nicht einsetzen mag für eine verkehrsberuhigende Massnahme an dieser gefährlichen Kreuzung. Eine Verkehrsinsel an diesem Ort würde ja nicht alle Welt kosten. Ich hoffe sehr, dass der Gemeinderat endlich Dampf macht in dieser Angelegenheit.»

Roland Hardegger, der es es ausserordentlich bedauert, dass es in diesem Kreuzungsbereich immer wieder zu Unfällen kommt, macht darauf aufmerksam, dass das Begehren für die Kreuzungssanierung St. Gallerstrasse beim Kanton seit längerer Zeit angemeldet sei: «Das Begehren hat in der parlamentarischen Diskussion im September dieses Jahres Aufnahme gefunden im 15. Strassenbauprogramm des Kantons. Die Gemeinde hat mehrmals mit Nachdruck auf diesen Kreuzungsbereich hingewiesen. Wir werden weiterhin am Ball bleiben.» Roland Hardegger ist sich der Gefährlichkeit dieser Kreuzung vollends bewusst, wie er bemerkt: «Die Schüler spielen russisch Roulette, wenn sie die St. Gallerstrasse überqueren wollen. Ich möchte in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass die St. Gallerstrasse eine Kantonsstrasse ist und also dementsprechend die Verantwortung beim kantonalen Tiefbauamt liegt.»

Gemeinden sollen intervenieren

Urs Kost, Leiter des kantonalen Tiefbauamtes in St. Gallen, bestätigt, dass die Kreuzungssanierung St. Gallerstrasse beim Kanton angemeldet sei. Allerdings wurde dieses Begehren, im Gegensatz zum Kreisel am Knoten St. Gallerstrasse-Herbergstrasse-Henauerstrasse, bis anhin nicht prioritär behandelt: «Wir sind darauf angewiesen, dass uns die Polizei und die Gemeinden darauf aufmerksam machen, wo dringend Handlungsbedarf besteht. Jetzt, nach diesem Unfall, kann es schnell gehen mit einem Bauprojekt, so dass schon im Frühling oder Sommer 2009 bei dieser Kreuzung eine verkehrsberuhigende Massnahme eingeführt werden könnte.»



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