Arbon: 09. Februar 2010, 06:18

Auf Pirsch nach dem Störsender

Störsender-Signale werden durch Spezialisten über mobile Antenne in einem Kastenwagen empfangen. Bilder: Max Eichenberger
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Das Rätsel, weshalb an der Promenadenstrasse elektronische Wegfahrsperren nicht mehr funktioniert hatten, ist gelöst: Bakom-Spezialisten haben gestern einen älteren Funklautsprecher als Störquelle geortet. Dieser hat die Systeme blockiert.

max eichenberger

Funkloch, geheimnisvolles Bermudadreieck in Arbon oder gar Störsender-Attacke: Solche Begriffe machten für ein Phänomen die Runde in nationalen Medien. Das Rätsel, warum Wegfahrsperren lahmgelegt wurden, hatte bislang nicht entschlüsselt werden können. Bis eben gestern.

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Nicht defekt, aber blockiert

Immer wieder war es nämlich vorgekommen, dass elektronisch verschliessbare Autos im südlichen Altstadtbereich nicht mehr geöffnet werden konnten.

Die Wegfahrsperren waren in den aktenkundigen Fällen nicht defekt, aber blockiert durch störende Funkfrequenzen. Insbesondere galt dies für die Blaue-Zone-Parkplätze an der Promenadenstrasse.

Akrobatischer Zustieg

Ein prominentes und also glaubwürdiges Opfer war Stadtammann Martin Klöti. Verdutzt musste er letzthin feststellen, dass der elektronische Autoschlüssel nicht funktionierte und sich seine Wagentüren nicht mehr öffnen liessen. Manchmal konnte durch akrobatischen Zustieg über die Kofferraumtüre das Problem «umrobbt» werden. 

Übersteuert

Oder dann musste man sich gedulden, bis sich das mit menschlichen Organen nicht wahrnehmbare Funkgewitter verzog. Wenn ein starkes Funksignal im Frequenzbereich den Empfänger übersteuert, kann es vorkommen, dass dies in einem lokal begrenzten Bereich von gegen hundert Meter zu einer Blockierung von elektronischen Systemen – wie eben auch Wegfahrsperren – führt.

Diese seien, erklären die Funküberwacher des Bakom (Bundesamt für Kommunikation), Walter Vismara und Guido Heusler, nicht selektiv genug, dass ihnen störende Frequenzen nichts anhaben können.

Wie im Thriller

Bei der Meldestelle des Bakom ist der jüngste Arboner Fall rapportiert worden. Die landesweit in vier Regionen organisierte Abteilung Funküberwachung hat sich der Sache angenommen und ging mit speziellen Messgeräten auf Pirsch nach der Ursache.

Dazu wurden am Montag vor Ort die empfindliche mobile schwenkbare Antenne aus dem Dach des Bakom-Fahrzeuges ausgefahren und Funksignale eingefangen. Sofort rauschte es entsprechend, wie im Agenten-Thriller – und auf dem Bildschirm schlug die grüne Kurve aus. Die Richtung war klar.

Völlig legal, aber alt

Mit dem Handgerät schliesslich haben die Funkspezialisten Walter Vismara und Guido Heusler die Wohnung mit dem Störsender orten können.

Es handelt sich dabei um einen in einer Wohnung der Posthof-Überbauung installierten Funklautsprecher. «Die Anlage ist völlig legal in Betrieb», betont Vismara. «Es ist allerdings ein älteres Modell.» Die neueren Audiosysteme (ab 2006) liefen auf anderen Frequenzen und verursachten keine derartigen Probleme mehr.

Weitere Standorte negativ

Die weiteren in Arbon ausgemessenen Standorte Stadthaus und Novaseta waren negativ. Die gemessenen Impulse sind zu gering, als dass sie zu nachhaltigen Störungen führen würden.

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