Rugby. Das St. Galler Rugbyteam wollte in dieser Saison eigentlich einfach das erste Mal die Playoffs erreichen. Der Aufstieg in die NLB war nicht geplant. Nun fehlt den Bishops aber nur noch ein Sieg zur Promotion. Sogar eine Niederlage mit acht Punkten Unterschied würde zum Aufstieg reichen. «Anfang Saison hätten wir nicht erwartet, dass wir die Chance bekommen, in die Nationalliga B aufzusteigen. Wir haben uns selbst übertroffen», sagt Spielertrainer Raphaël Gatounes.
Der 33jährige Südfranzose spielt bereits seine fünfte Saison bei den Bishops St. Gallen. Er hat die ganze Entwicklung der Ostschweizer in den vergangen Jahren miterlebt. «Zu meinen Anfangszeiten hatten wir viele Akteure, die vorher noch nie Ruby spielten», sagt Gatounes und fügt an: «In unserer Sportart ist eine grosse Erfahrung sehr wichtig. Darum bin ich überrascht, wie gut wir das hinbekommen haben.»
Als sich bereits abzeichnete, dass die Bishops eine reelle Chance auf den Aufstieg haben würden, machte sich Nervosität bemerkbar. «Wir hatten schon ein bisschen Respekt vor der Nationalliga B. Aber jetzt sind wir zuversichtlich, dass wir auch in der zweithöchsten Schweizer Spielklasse bestehen können», sagt der Spielertrainer und fügt an: «Vergangene Saison ist Lugano aufgestiegen. Gegen dieses Team haben wir zwei sehr gute Spiele gezeigt. Und die Tessiner haben ihre erste Nationalliga-B-Saison auf dem zweiten Platz beendet.»
Gatounes verspricht, dass die St. Galler nächstes Jahr sogar noch stärker sein werden: «Wir haben eine sehr ehrgeizige und lernwillige Mannschaft. Wir werden von Jahr zu Jahr stärker und wollen mit der neu geschaffenen Juniorenabteilung eigene Talente ausbilden.» Seit März dieses Jahres besteht die Nachwuchsabteilung «newgeneration.bishops» und zählt bereits zehn Spieler. «Das ist für den Anfang schon einmal nicht schlecht. Darum ist der Aufstieg auch so wichtig für uns. Wir wollen mit der Promotion in eigener Sache Werbung machen», sagt der in Abtwil wohnhafte Franzose.
Die Ausgangslage für den Aufstieg in die NLB ist optimal. «Ein 17:8-Sieg kann etwa mit einem 3:1-Erfolg im Fussball verglichen werden», sagt Gatounes. Das die Bishops zuerst auswärts bei Lausanne spielten, ist ein weiterer Vorteil. Denn die St. Galler haben während der gesamten Saison kein Heimspiel verloren. «Das soll sich auch im zwanzigsten Spiel im Gründenmoos nicht ändern», so der Spielertrainer.
Wenn der Aufstieg perfekt ist, werden die Bishops voraussichtlich ein zweites Team gründen. «In der kommenden Saison wird es eine Nationalliga D geben. Dort könnten neue Spieler und unsere ambitionierten Junioren Erfahrungen sammeln», sagt Gatounes. Denn der Verein mit momentan 40 lizenzierten Spielern möchte weiter wachsen und die körperbetonte Sportart in der Ostschweiz populärer machen. Denn Rugby ist die viertgrösste Weltsportart und in der Schweiz beinahe noch unbekannt. Dies in der Ostschweiz zu ändern, ist das erklärte Ziel der Rugbyspieler von den Bishops St. Gallen. «Rugby macht einfach Spass. Jeder, der einmal bei uns im Training war, ist schliesslich geblieben», sagt der Spielertrainer.
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