Rorschach mausert sich langsam, aber sicher zu einem beliebten Austragungsort für sportliche Spektakel: Während im August wieder Beachvolleyballer auf der Seepromenade um Punkte kämpfen, stechen dieses Wochenende zum zweitenmal Drachenboote vor dem Hauptbahnhof in See. 19 Teams sind gemeldet, vier mehr als bei der Premiere vor einem Jahr. Mit dieser Zunahme zeigt sich Felix Meier vom Veranstalter dragonboatevents.ch zufrieden. «20 Prozent mehr sind super, das entspricht unseren Erwartungen.» Keine Überraschung ist für ihn, dass sich insbesondere mehr lokale Teams angemeldet haben. Vor einem Jahr starteten vier aus Rorschach und Umgebung, dieses Mal sind es sieben. Ebenfalls am Start sind Teams aus Mörschwil, Arbon, Muolen und St. Gallen.
Die Mannschaft eines Drachenboots besteht aus einem Trommler, der den Takt angibt, einem Steuermann und 20 Paddlern. Bei den Rennen am Samstag und Sonntag (siehe Kasten) treten immer zwei Boote gegeneinander an. Sie müssen schnellstmöglich eine Strecke von 400 Metern zurücklegen. Statt Muskelkraft ist dabei Teamgeist, Rhythmus und Gleichklang gefragt. Die Teams treten in drei Kategorien an: Fun Open – reine Männer- oder gemischte Teams –, Fun Mixed – mindestens acht Paddlerinnen – und Elite – Drachenbootclubs. In den Fun-Teams darf höchstens ein aktiver Paddelsportler mittun. Die zwölf Meter langen Drachenboote sowie Paddel und Schwimmwesten stellen die Veranstalter zur Verfügung. Trainings sind keine vorgesehen. Der Aufwand wäre zu gross, meint Meier. Vor dem Start werde jedes Team kurz instruiert, so dass für alle die gleichen Bedingungen gelten.
Das erste Drachenboot-Rennen in der Schweiz wurde in Eglisau ausgetragen, vor 17 Jahren. Am diesjährigen Rennen Ende Juni haben sich über das ganze Rennwochenende gut 10 000 Personen – Teilnehmer, Zuschauer und Partybesucher – die Rennen angeschaut. In Rorschach rechnet Meier mit insgesamt rund 1000 bis 1200 Zuschauern.
In Biel feierte das Drachenboot-Rennen vergangenes Jahr ebenfalls Premiere. Zwar sind bisher auch hier mehr Anmeldungen eingegangen. «Die Ostschweizer haben aber schneller Feuer gefangen, sie scheinen begeisterungsfähiger für die Drachenboote zu sein, der Funke ist schneller übergesprungen», meint Felix Meier. Vielleicht, weil Biel näher an der Sprachgrenze liege, mutmasst er.
Die drei Rennen zusammen bilden den nationalen Dragonboat Cup. Für jedes Rennen, an dem es teilnimmt, erhält ein Team einen Punkt zugesprochen. Weitere Punkte sammeln die jeweils schnellsten acht eines Rennens. Jenes Team, das am Ende die meisten Punkte auf dem Konto hat, unabhängig von der Kategorie, gewinnt den Cup. «Bei jedem Rennen stammt die Mehrheit der Teams aus der Region, nur ganz Angefressene starten noch an einem anderen Ort», sagt Meier.
Eröffnet wird das Drachenboot-Rennen am Freitagabend mit einer Beach Party. Im Festzelt vis-à-vis dem Hauptbahnhof führt die Birreria aus St. Gallen eine Festwirtschaft. Sie ist es auch, die für das musikalische Rahmenprogramm mit diversen regionalen DJs sorgt.
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