Gossau: 14. April 2009, 01:03

Kinder lernen, Kinder zu hüten

Im Mittelpunkt steht der kleine Matteo im Babysitterkurs. Bild: Edita Dizdar

WALDKIRCH. Babies sind süss. Aber nicht immer. Manchmal schreien sie ganz schön. Was hat das zu bedeuten? Was ist da zu tun? Antworten gab's für Jugendliche im Babysitterkurs, organisiert von den Frauenschaften Waldkirch und Bernhardzell.

edita dizdar

Elf Jugendliche sitzen bei schönstem Frühlingswetter im Garten des Pfarreiheims in Waldkirch. Trotz Ferien wird hier gelernt und geübt. Auf dem Steintisch liegen Ordner mit Beispielen und Fragen zum Thema Babysitten. Freiwillig haben sich die zehn Mädchen und ein Knabe für den zweitägigen Kurs, organisiert von den Frauengemeinschaften Waldkirch und Bernhardzell, angemeldet. Ihr Ziel: den Babysitter-Ausweis des Schweizerischen Roten Kreuzes SRK zu erhalten und demnächst als Babysitter an Familien mit Kindern vermittelt zu werden.

Theorie und Praxis

Geleitet wird der Kurs von Karin Peita vom Schweizerischen Roten Kreuz. Die 28jährige Mutter gibt seit zwei Jahren solche Kurse. «Die Jugendlichen, alle mindestens 13 Jahre alt, lernen hier auf lockere Art und Weise das Wichtigste über Kinder und den Umgang mit ihnen», erklärt die Kursleiterin.

Nach dem Ausflug in den Garten versammeln sich alle wieder im Kursraum des Pfarreiheims. Hier wird das Gelernte nochmals wiederholt. Das Programm ist vielseitig. Unter anderem werden Bedürfnisse, Entwicklung und Gesundheit des Kindes, Wickeln, Sicherheit und Unfälle, Spielen und Ernährung behandelt. Der spannendste Teil – da sind sich die Mädchen und der Knabe einig – ist das Üben mit dem kleinen Matteo. Dieser ist an diesem Tag acht Monate alt geworden. Das Baby strahlt. Ohne zu meckern und zu quengeln, lässt er sich herumreichen und spielt vergnügt mit der Rassel. Auch als ihn zwei Teilnehmerinnen wickeln, hat er nichts dagegen. Unzählige «Jöhs» sind zu hören, und der kleine Mann dankt es mit grossen Augen und einem bezaubernden Lächeln. Astrid Witschi, die Mutter von Matteo, kann anderen Eltern nur empfehlen, einen ausgebildeten Babysitter anzustellen: «Gerade gestern war eine Babysitterin bei uns, die im vergangenen Jahr den Kurs der Frauen- und Müttergemeinschaft besucht hat. Alles hat ganz toll geklappt.»

Wissen, worauf zu achten ist

Die angehenden Babysitterinnen hoffen, nach dem Kurs Kleinkinder hüten zu können, die so lieb sind wie Matteo. Sandra Koller und Dario Signer, beide sind 13 Jahre alt, haben bereits am ersten Kurstag viel lernen können. «Es ist ganz wichtig zu wissen, worauf man bei den Babies achten muss», sagen die Mädchen übereinstimmend.

Alexa Sutter, die Präsidentin der Frauen- und Müttergemeinschaft Waldkirch, freut sich über das grosse Interesse und den Einsatz der Jugendlichen. «Wer den Kurs erfolgreich besteht, wird auf eine Liste gesetzt und kann an Eltern vermittelt werden.» Die Liste und weitere Informationen über den Babysitterdienst in Waldkirch und Bernhardzell gibt es bei Alexa Sutter, 071 430 05 05.



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