Tagblatt Online, 20. Januar 2009 09:05:00
Staatsanwaltschaft veröffentlicht Hooligan-Bilder
Die St.Galler Staatsanwaltschaft hat heute die Bilder von 18 Personen veröffentlicht, die am Barrage-Spiel des FC St.Gallen gegen die AC Bellinzona im Stadion Espenmoos randaliert haben.
Die St.Galler Staatsanwaltschaft hat heute die Bilder von 18 Personen veröffentlicht, die am Barrage-Spiel des FC St.Gallen gegen die AC Bellinzona im Stadion Espenmoos randaliert hatten.UMBERTO W. FERRARI
RENÉ RÖDIGER
Die Bilder zeigen die Gesichter der 18 Personen, die zusammen mit anderen Personen am Espenmoos nach dem Spiel einen grossen Sachschaden verursacht haben. Die Bilder stammen von Videoaufzeichnungen, die die Stadtpolizei St.Gallen während des Spiels gemacht hat. Bei den 18 abgebildeten Personen handelt es sich ausschliesslich um Männer.
Aktion angekündigt
Die St.Galler Staatsanwaltschaft hatte bereits zu Beginn dieses Monats bekannt gegeben, dass die Bilder derjenigen Personen, die sie bis zum 14. Januar nicht identifizieren konnte und die sich nicht bei der Polizei gemeldet haben, in der Woche vom 19. Januar veröffentlichen werden.
«Niemand zu hundert Prozent identifiziert»
Bereits vor einer Woche haben sich die Beamten mit den Fandelegierten und dem Fan-Dachverband getroffen und die Bilder gezeigt. «Gleich zu Beginn des Treffens wurden die Bilder auf den Tisch geknallt und uns gesagt, dass sie veröffentlicht werden würden», sagt Martin Bartholdi vom Dachverband 1879. Er habe darauf niemanden erkannt. Bartholdi: «Schuldzuweisungen mit so unscharfen Bildern finde ich kritisch. Darauf wird nie jemand zu hundert Prozent identifiziert.»
Hooligans aus anderen Städten
Auch der Fandelegierte des FCSG, Urs Baumgartner, kann keine Namen zu den Bildern nennen: «Bisher hatte es auf fast allen Bildern von Randalierern viele Leute, die in der Szene absolut unbekannt sind.» Baumgartner vermutet, dass ein Grossteil der Hooligans aus anderen Städten angereist ist. «Ich will die St.Galler nicht heiliger machen als sie sind - aber alle Schuld für die Ausschreitungen kann man ihnen nicht geben», ist Baumgartner überzeugt.
Keine Spitzel
Doch der Fandelegierte hat auch lobende Worte für die Polizei: «Die Beamten haben die Fanbetreuer nie unter Druck gesetzt. Wir sind auch keine Spitzel - das ist nicht unsere Funktion. Sonst wäre das Vertrauen der Fans in uns Delegierte schnell weg. Aber natürlich sind wir dann doppelt froh, wenn wir niemanden auf den Bildern erkennen und keine Namen nennen können.»
Hinweise gesucht
Die Staatsanwaltschaft erhofft sich durch die Veröffentlichung der Bilder, dass die abgebildeten Personen dank der Mithilfe der Bevölkerung identifiziert werden können. Die Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft St.Gallen bitten um Hinweise aus der Öffentlichkeit. Wer eine Person auf den Bildern erkennt, wird gebeten, sich bei der Kantonspolizei St.Gallen unter 071-229-49-49 oder per Mail auf info@kapo.sg.ch zu melden. Selbstverständlich können sich die auf den Fotos veröffentlichten Personen auch bei jeder Polizeistation melden.
Gemeinsam für den Schaden verantwortlich
Im Anschluss an das Spiel des FC St.Gallen gegen die AC Bellinzona entstand ein Sachschaden von rund 150'000 Franken. Laut Staatsanwaltschaft müssen die beteiligten und identifizierten Personen für diesen Schaden solidarisch aufkommen. Für den einzelnen Beteiligten heisst das unter anderem, dass er weniger zahlen muss je mehr Personen identifiziert werden können.
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