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Tagblatt Online, 11. August 2010 16:38:20

Wildhüter töten Wolf im Wallis - Männliches Tier erlegt

Der von Wildhütern erlegte Walliser Wolf (Bildquelle: Staatskanzlei Wallis) Zoom

Der von Wildhütern erlegte Walliser Wolf. (Bild: Bild: Staatskanzlei Wallis)

Der Wolf ist tot: Am frühen Mittwochmorgen haben Wildhüter auf der Alpe Scex im Wallis einen Wolf erlegt, der nach Angriffen auf Kälber zum Abschuss freigegeben war. Beim Abschuss hielt sich der Wolf in der Nähe einer Rinderherde auf.

Sitten. Der Wolf sei im Gebiet Montana-Varneralp oberhalb von Siders abgeschossen worden, teilte die Walliser Staatskanzlei mit. Für diese Gegend galt die Abschussbewilligung, die der Kanton in der vergangenen Woche erlassen hatte. Die Wildhüter hätten 60 Tage Zeit gehabt für den Abschuss.

Beim abgeschossenen Wolf handelt es sich um ein männliches Tier, wie es weiter hiess. Er wird zur Untersuchung ins Tierspital Bern gebracht. DNA-Analysen hatten gezeigt, dass im Gebiet sogar ein Wolfspaar unterwegs ist.

Das Weibchen scheint vorerst sicher, da die Abschussbewilligung nur für einen Wolf galt.

Zum Abschuss wurde der Wolf freigegeben, weil er nebst mehreren Schafen auch Kälber angegriffen hatte. Für Rinderherden sind laut Bund und Kantonen keine griffigen Schutzmassnahmen erprobt. Bei weiteren Angriffen auf Rinderherden wollen die Behörden einen neuerlichen Abschuss prüfen.

Umweltverbände enttäuscht

Enttäuscht über den Abschuss zeigten sich die Umweltverbände: "Der Kanton Wallis hat zwar einen Wolf erlegt, aber kein Problem gelöst", liess sich WWF-Wolfexperte Kurt Eichenberger in einem Communiqué zitieren. Der nächste Wolf werde kommen. Im Wallis sei endlich ein ausreichender Herdenschutz nötig.

Die Abschussbewilligung sei bereits äusserst fragwürdig gewesen, da es keine klaren Kriterien bezüglich gerissenen Rindern gebe, hielt die Gruppe Wolf Schweiz fest. Auch der Verein Wildtierschutz Schweiz kritisierte den Wolfsabschuss durch den Kanton Wallis.

Erstes Paar seit Wiederauftauchen

Der genetische Nachweis des Walliser Wolfspaars war laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) der erste Beweis für eine Paarbildung, seit sich der Wolf in der Schweiz wiederangesiedelt hat. Das Paar sei mehrmals zusammen beobachtet worden, sagte Peter Scheibler, der Chef der Walliser Dienststelle für Jagd und Wildtiere, auf Anfrage. Es gebe aber keine Hinweise auf junge Wölfe. (sda)





Leser-Kommentare:
2 Beiträge

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walter.lendi (12. August 2010, 06:34)
Wolfabschuss

Endlich ein Sieg der Vernunft! In der dichtbesiedelten Schweiz haben Grossräuber keinen Platz, sind auch von der Bevölkerung nicht akzeptiert und dienen nur der Befriedigung von Utopisten bei einem unverhältnismässigen Kostenaufwand. Es bleiben uns genügend Probleme mit akzeptablen Rückwanderern wie Bartgeier, Biber und Konsorten.

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fuertiere (11. August 2010, 17:05)
Wenn ein Wolf

Schafe und Jungrinder reisst, was in der Natur der Sache liegt, dann ist das eine Katastrophe und der Wolf muss dran glauben. Wenn andererseits Millionen Tiere täglich in Schlachhöfen niedergemetzelt werden, damit wir täglich widernatürlich das ungesunde Fleisch essen können, die Bäuche damit vollschlagen und das Wohlstand nennen, stimmt etwas in der Gesellschaft nicht. Wo bleibt hier die Verhältnismässigkeit?

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