Tagblatt Online, 07. Januar 2009 06:48:00
Masern wieder auf dem Vormarsch
An Masern erkranktes Mädchen (Archiv) (Bild: Keystone)
Die Masern sind in Europa wieder auf dem Vormarsch. Laut einer Studie gab es 2008 vor allem in der Schweiz, in Deutschland, Grossbritannien, Italien und Rumänien einen deutlichen Anstieg der Masern-Erkrankungen.
London. Zuvor hatte es einen Rückgang gegeben: 2006 traten der Untersuchung zufolge europaweit 8223 Fälle auf, ein Jahr später ging die Zahl auf 3909 zurück. In den ersten neun Monaten des Jahres 2008 stieg die Zahl der Erkrankungen jedoch wieder sprunghaft auf 6269 an, wie die Fachzeitschrift "The Lancet" berichtete.
Masern werden durch einen hochansteckenden Virus verursacht, der Fieber und einen Ausschlag am ganzen Körper auslöst. Durch Impfungen im Kleinkindalter kann die Krankheit verhindert werden. Allerdings sind einige Menschen nicht geimpft, etwa weil sie keinen Zugang zu ärztlicher Versorgung haben oder weil sie Impfungen als unnötig oder schädlich ansehen.
Der Studie zufolge treten Masern besonders häufig bei Einwanderern, orthodoxen Juden oder Roma-Familien auf. Die Autoren der Studie untersuchten 2006 und 2007 insgesamt 12 132 Masernfälle in 32 europäischen Ländern. Sieben Erkrankungen endeten tödlich.
Weltweit starben 2007 nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 197 000 Menschen an Masern. Das war ein Rückgang um 74 Prozent seit dem Jahr 2000. Anfang der 60er Jahre gab es noch sechs Millionen Masern-Tote pro Jahr. Die WHO hat sich zum Ziel gesetzt, die Masern in Europa bis 2010 komplett auszurotten. Dieses Ziel scheint nun in Gefahr. (sda)
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