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Tagblatt Online, 09. September 2010 18:57:00

Ausgebüchster Luchs darf weiterleben

Ausgebüchster Luchs kann in Freiheit leben (Archiv) Zoom

Luchse sind normalerweise scheue Zeitgenossen. (Bild: Archivbild: Keystone)

LAUSANNE. Das Luchsweibchen, das Ende August einen Jagdhund angegriffen hatte, ist identifiziert. Es handelt es sich um Aïscha, die vor einem Jahr aus dem Jurapark bei Vallorbe VD ausgerissen war.

«Sie hat lediglich ihre beiden Jungen verteidigt, das ist logisch und normal.» So begründete die Waadtländer Umweltdirektorin Jacqueline de Quattro gegenüber der Nachrichtenagentur SDA ihren Entscheid, dass das Luchsweibchen und ihre beiden Jungen in Freiheit weiterleben dürfen. Am 25. August hatte die Raubkatze einen im Wald bei Moiry VD frei herumlaufenden Jagdhund gebissen und gekratzt. Der Hundehalter habe den Luchs ganz in der Nähe eines Rehkadavers beobachtet, sagte Sébastien Sachot von der Kantonsverwaltung. Er bestätigte damit eine Meldung der Westschweizer Tageszeitung «24 heures» vom Donnerstag.

Mit Fotos identifiziert
Am Tag nach der Attacke wurde der Luchs fotografiert. Aufgrund dieser Bilder konnte das Tier als Aïscha identifiziert werden. Das mittlerweile dreieinhalb Jahre alte Tier war vor einigen Tagen mit seinen zwei rund drei Monate alten Jungen gesichtet worden, erklärte Sébastien Sachot. Noch etwa bis Februar oder März werde die Luchsmutter ihre beiden Jungen begleiten, bevor sie sich dann auf die Suche nach einem Männchen mache, sagte Sachot. Die beiden Jungtiere müssen sich dann alleine durchschlagen.

Aïschas Odyssee
Aïscha hat bis heute eine kleine Odyssee hinter sich: Mitte 2007 war das damals rund drei Monate alte Luchsweibchen in der Nähe einer Schule in Wattenwil BE entdeckt worden. Es flüchtete jedoch und wurde später in Landshut BE und dann in Langenberg ZH gesehen. Als es schliesslich eingefangen werden konnte, wurde es in den Jurapark gebracht. (sda)





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