Tagblatt Online, 16. Juni 2010 18:46:00
Tröten-Verbot im Tobel
Simmungskiller in St.Gallen, Stimmungsmacher am Greenfield-Festival in Interlaken: Die Vuvuzela-Tröte. (Bild: Bild: Keystone)
ST.GALLEN. Die Verantwortlichen des St.Galler OpenAirs machen das, was sich die Fifa nicht getraut: Sie haben ein Vuvuzela-Verbot für das Sittertobel erlassen.
Die Schweiz ist spätestens seit dem Sieg gegen Spanien vom WM-Fieber gepackt. Weil das dritte Spiel der Gruppenphase am 25. Juni gegen Honduras mit dem OpenAir St.Gallen zusammenfällt, wird der Match auch im Sittertobel gezeigt.Kein «Bienenschwarm-Lärm»
Unter dem Zelt der Sternenbühne flimmern Barnetta, Fernandes & Co. über die Grossleinwand. Doch auf eine grosse Geräuschkulisse wollen die OpenAir-Verantwortlichen lieber verzichten. Am Mittwoch haben sie deshalb in einer Medienmitteilung ein Vuvuzela-Verbot angekündigt. Man wolle die «über 40 Livebands nicht mit dem <Bienenschwarm-Lärm> stören», heisst es. Aus der Medienmitteilung geht nicht hervor, wie das Verbot durchgesetzt werden soll. Gut möglich, dass die Tröten zusammen mit Bierbüchsen und Glasflaschen am Eingang konfisziert werden.
Auch Southside-Festival mit Verbot
Mit dem Tröten-Verbot steht das OpenAir St.Gallen nicht alleine da. Die Krachmacher sind auch auf dem Gelände des Southside-Festivals im deutschen Neuhausen nicht erwünscht (Tagblatt vom 16. Juni). Ins Kunstoff-Horn geblasen werden darf dort einzig in der Public-Viewing-Zone. (pd/sg)
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jb (16. Juni 2010, 21:52)
Wie setzt man Verbote um?
"Aus der Medienmitteilung geht nicht hervor, wie das Verbot durchgesetzt werden soll."
Beitrag kommentierenDas frage ich mich auch. Schliesslich gehören Vuvuzelas zur schweizerischen Fussball-Tradition, die kaum mehr wegzudenken sind. Das Schweizer Fernsehen musste sogar extra einen Verdoppelungs-Filter einbauen um die blas-schwache afrikanische Atmosphäre schweizertauglich zu machen.
Insofern dürfte es massive Proteste gegen ein Verbot von Vuvuzela an einem OpenAir geben. Jeder will sie, Niemand möchte darauf verzichten.
In einem sind sich die Verantwortlichen sicher: eine einfache Ankündigung dass Vuvuzelas verboten sind, wird nicht genügen.
Na, dann müssen die praktischen Trichter für den Saufwettbewerb halt zuhause bleiben.
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