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Tagblatt Online, 04. September 2010 01:01:15

Kathy Kelly singt ohne Family

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Kathy Kelly, langjährige Frontsängerin ihrer Familienband The Kelly Family, tourt solo durch Europa. Am Sonntag singt sie in Gams.

Philippe Reichen

Der Gospelchor Gams erwartet Besuch. Kathy Kelly hat das Ensemble am Sonntag für ein Konzert gebucht. Um die gemeinsamen Lieder zu proben, wurden die Sängerinnen und Sänger mit Noten und einem MP3-File versorgt. «Kathy Kelly selbst sehen wir erst drei Stunden vor Konzertbeginn», sagt Franco Flisch, Sänger und Organisator. Kennt er Kathy Kelly? Persönlich sei er ihr nie begegnet, so Flisch. In Erinnerung geblieben sind ihm ein paar CDs, die er vor Jahren kaufte.

Als amerikanisch-irische Grossfamilie im Schlabberlook, die auf einem Hausboot wohnt und in einem roten britischen Doppeldeckerbus quer durch Europa tourt, ist die The Kelly Family in die Musikgeschichte eingegangen. Ihre erfolgreichsten Zeiten hatten die Kellys in den 1990er-Jahren. Neun Familienmitglieder standen damals auf der Bühne, nur drei sangen nicht mit. Ihre Wege trennten sich.

Potenzial erkannt

2000 bestand das Familienunternehmen noch aus sechs Mitgliedern, heute sind es noch vier bis fünf. 2002 starb Vater Dan Kelly. Der ehemalige amerikanische Mathematiker war nicht nur das Familienoberhaupt, sondern auch der Kopf des Familienunternehmens. Die Idee dafür kam ihm, als er sich nach Spanien absetzte und sich da seinem Leben als Antiquitätenhändler eine neue Richtung zu geben versuchte. Er erkannte das Potenzial seiner musikalischen Familie, förderte und nutzte es.

Kathy Kelly, die am Konservatorium von Pamplona Violine und Klavier studierte und klassischen Ballettunterricht bekam, erinnert sich gut an die Anfänge ihrer Karriere: «Als ich 15 Jahre alt war, entschied der Vater, unseren weiteren Lebensweg als Strassenmusiker zu finanzieren. Das private Musizieren wurde zu unserer Einnahmequelle, wir spielten fortan täglich auf den Strassen in ganz Europa. Ich wollte Opern singen, aber der Erfolg hat meine Pläne durcheinander gebracht.

» Sie wurde nicht nur Produzentin und Songwriterin, sondern auch Ersatzmutter für ihre Geschwister, da Mutter Barbara Ann Suokko 1982 an Krebs gestorben war.

«Ich mag Kontakt zu Menschen»

Singen und arbeiten müsste die 47jährige Kathy Kelly längst nicht mehr. Mit 20 Millionen verkaufter Tonträger, drei Millionen verkaufter Videos und DVDs und unzähliger ausverkaufter Konzerte ist genug Geld in die Familienkasse geflossen.

Doch Kathy Kelly sagt: «Ich mag den Kontakt zu Menschen, und eine Zusammenarbeit mit einem Chor ist für alle Beteiligten immer wertvoll und lehrreich.» Und doch ist vieles anders als früher: Der Schlabberlook ist längst verschwunden.

Sonntag, 5. September, 17 Uhr, katholische Kirche Gams




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