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Tagblatt Online, 25. Juni 2009 01:03:49

Gewaltige Blechkisten

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Die Toycars verwandeln sich in gutartige Kampfmaschinen und retten im Angesicht der Sphinx einmal mehr die Welt und ihre Wunder. (Bild: Bild: pd)

Transformers Das gleiche, aber mehr davon: Im zweiten Transformers-Film retten noch mehr gute Toycars eine von noch böseren Kampfrobotern bedrohte Welt.

Jürgen Frey

Pubertierende Jungs haben drei Grundbedürfnisse: Sie müssen Mädchen anglotzen, sie träumen davon, in wilden Abenteuern die Welt zu retten. Und sie brauchen neue, grössere Spielsachen. Misst man Michael Bays «Transformers»-Filme ausschliesslich daran, wie zielstrebig sie genau diese Wünsche bedienen, kann man eigentlich nur gratulieren.

Hier hat es keinerlei überflüssigen Ballast, also auch kein halbwegs stimmiges Drehbuch oder gar irgendwelche Schauspielkunst. Doch dafür gibt es im aktuellen «Transformers – Die Rache» abermals eine heisse Mieze namens Mikaela (Megan Fox), die sich diesmal mit viel Lipgloss auf einem Motorrad räkelt. Dazu das College-Bürschchen Sam (Shia LaBeouf), das im Kampf mit kosmischen Mächten dafür sorgt, dass die Sonne nicht ausgepustet wird. Und natürlich jede Menge Toycars, die sich in haushohe Kampfroboter («Autobots») verwandeln und den noch gewaltigeren Blechkisten von der Gegenseite («Deceptions») kräftig auf die Glocke hauen.

Die stählernen Ungetüme wurden weiter «vermenschlicht», der gewaltigste Koloss lässt sogar kurz mal so etwas wie Geschlechtsteile aufblitzen – ein etwas zweifelhafter Gag.

Gigantisches Merchandising

Zu seinem ersten «Transformers»-Film vor zwei Jahren musste Bay sich von Steven Spielberg noch mühsam überreden lassen. Er wollte an einen Erfolg dieses Konzepts einfach nicht glauben. Inzwischen weiss er es besser, das Kinoabenteuer hat mehr als 700 Millionen Dollar eingefahren.

Die ganz Jungen sind also doch noch von den Spielkonsolen weg und massenhaft ins Kino zu locken. Games sind für diesen Film schon lange keine Konkurrenz mehr, denn selbstverständlich gehören zum gigantischen Merchandising-Geschäft auch jede Menge «Transformers»-Games in allen handelsüblichen Formaten.

Mehr vom gleichen

Um den Kinoerfolg von 2007 zu überbieten, setzte man auf ein schlichtes, aber überzeugendes Rezept: noch einmal genau das gleiche, aber mehr davon.

Das Budget wurde auf 200 Millionen Dollar aufgestockt, mit zweieinhalb Stunden ist «Die Rache» noch ein paar Minuten länger als der Vorgänger, und es gibt massenhaft neue Robotertypen, die sich – mit tatkräftiger menschlicher Unterstützung – endlose Schlachten liefern.

Explosion auf dem Filmset

Ins Guinness-Buch der Rekorde hat es der Film bereits auch schon geschafft, mit «der grössten Explosion auf einem Filmset in Anwesenheit von Schauspielern».

Seitdem liebt der Hauptdarsteller LaBeouf «den Geruch von Napalm am Morgen» – ein Verweis auf Coppolas «Apocalypse Now», – wenn auch ein etwas grössenwahnsinniger Vergleich.

Die echten US-Streitkräfte sind jedenfalls freudig mit dabei, genau wie sie den jüngst angelaufenen neuen «Terminator»-Film rüstig unterstützt hatten. Unter anderem stellte das amerikanische Verteidigungsministerium den Flugzeugträger «USS John C. Stennis» samt Besatzung sowie ein paar F-16-Kampfjets zur Verfügung.

Im Ergebnis laufe das dann allerdings doch auf ein bisschen zu viel Reklame fürs Militär hinaus, meinen jetzt sogar einige Fans in den einschlägigen Internetforen. Die Bundeswehr war übrigens ebenfalls zur Mitarbeit eingeladen, aber dort hatte man dankend abgewinkt.

«Transformers – die Rache», ab heute im Kino




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