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Tagblatt Online, 24. August 2009 06:46:00

20 Minuten Zukunft

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Schöpfungsgeschichte nach Kino-Art: Hauptdarsteller Sam Worthington mit seinem Avatar in einer Szene aus James Camerons Film. (Bild: Bild: Twentieth Century Fox)

James Cameron Der Titanic-Regisseur hat am Freitag weltweit erste Szenen seines 3D-Film Avatar gezeigt, so auch im Zürcher Sihlcity-Kino. Die Spannung steigt.

Andreas Stock

Die Aufmerksamkeit ist gross, wenn James Cameron, der Regisseur von «Titantic», des noch immer erfolgreichsten Films in der Kinogeschichte, an einem neuen Film arbeitet. Und weil seither zwölf Jahre vergangen sind und Cameron nach «Terminator 2» erneut einen «Quantensprung» in der Filmtechnik angekündigt hat, sind hohe Erwartungen daran verbunden.

Bei der Promotion von «Avatar», so der Titel seines Science-Fiction-Spielfilms, gehen der Regisseur und das Studio 20th Century Fox nun ungewohnte Wege. Einen Tag, nachdem der erste Trailer des Films im Internet zu sehen war, hat das Studio vergangenen Freitag weltweit zum «Avatar-Event» geladen.

Das Publikum bekam in ausgewählten 3D-Kinos Szenen «aus der ersten Hälfte des Films» zu sehen, wie James Cameron von der Leinwand einleitend erklärte. In der Schweiz fand diese Präsentation, vier Monate vor dem globalen Kinostart am 17.

Dezember, in Lausanne und Zürich statt.

«Pocahontas im Weltraum»

«Avatar» spielt im 22. Jahrhundert. Der querschnittgelähmte Soldat Jake (Sam Worthington) kommt auf den Planeten Pandora. Dort kämpfen die Menschen gegen die Na'vi; blaue, drei Meter grosse Ureinwohner des dschungelartigen Planeten. Mit Hilfe der Wissenschaftlerin Grace Augustine (Sigourney Weaver) erhält Jake einen Avatar; eine künstlich geschaffene Körperhülle, die er gedanklich steuern kann.

Dieser Avatar-Jake freundet sich mit der Na'vi-Prinzessin (Zoe Saldana) an und lernt die Ureinwohner kennen. Klingt vertraut, und darum wurde der Film bereits als «Pocahontas im Weltraum» bezeichnet.

Rund 80 Personen, mehrheitlich männlich, machten nach der Vorführung im Zürcher Sihlcity-Kino einen verblüfften Eindruck.

Als nach zwanzig Minuten das Licht wieder anging, war von Begeisterung zwar wenig zu spüren, aber man sah sich doch mit grossen, erstaunten Augen an: so etwas hatte man tatsächlich noch nicht gesehen.

Die vollständig am Computer entstandene Flora und Fauna des Planeten Pandora erinnert mit ihren leuchtenden, bunten Farben an eine faszinierende Unterwasserwelt. Hier macht sich der Einfluss der Tauchfilme von Cameron bemerkbar.

Visuell ist diese künstliche Welt ein Fest für die Augen; traumhaft eine kurze Szene, in der Jake in einem fluoreszierend-leuchtenden «Garten» steht.

Film war gestern

James Cameron hat «Avatar» in 3D gedreht. Obwohl in den gezeigten Szenen auf den beliebten Effekt in Richtung Publikum verzichtet wird, nutzt der Regisseur gezielt die räumliche Tiefe der Bilder und die Möglichkeit, Grössenverhältnisse bewusster zu machen.

Die Tiefenschärfe, früher ein technisches Hindernis im 3D-Kino, setzt Cameron mehrmals effektvoll ein.

«Avatar» scheint sich prinzipiell eher an den Innovationen der Game-Entwickler zu orientieren. Film war gestern. «Avatar» ist Kino für die Spielkonsolen-Generation. Doch wenn Regisseur Cameron neben technischen Wundern auch seine Geschichte emotional und überzeugend in Szene setzt, ist ihm zuzutrauen, dass er ein Publikum darüber hinaus erreicht.





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