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Tagblatt Online, 12. Februar 2009 01:01:55

«Ich habe das Land verraten»

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Brillant: Frank Langella als Nixon. (Bild: Bild: Universal)

«Frost/Nixon», ab heute in unseren Kinos, erzählt den Watergate-Skandal als packendes Leinwand-Duell. Der Film ist für fünf Oscars nominiert.

Nada Weigelt/dpa

Ein Politskandal, der Jahrzehnte zurückliegt, erzählt als Kammerspiel zwischen zwei Protagonisten – das ist nicht der Stoff, aus dem Erfolgsfilme gemacht werden. Oscarpreisträger Ron Howard ist dieses Kunststück gelungen. Er inszeniert das legendäre TV-Interview, das der britische Journalist David Frost 1977 mit dem früheren US-Präsidenten Richard Nixon zum Watergate-Skandal führte, als dichtes Leinwanddrama.

Sein Thema, das Nixon-Interview, schrieb Fernsehgeschichte. Drei Jahre nach seinem unrühmlichen Abgang liess sich «Tricky Dick» erstmals zu seiner Verstrickung in den Abhörskandal befragen. Allein die erste Folge des sechsstündigen Gesprächs sahen 45 Millionen Zuschauer – einmalig für ein politisches Interview. «Warum haben Sie die Tonbänder nicht einfach verbrannt?», fragt der Moderator zum Eingang. Später fällt Nixons berühmter Satz: «Wenn der Präsident es tut, bedeutet das, es ist nicht illegal.»

Wie ein Boxkampf

Der Film basiert auf dem Theaterstück des britischen Autors Peter Morgan. Altmeister Howard gewann für seine Kinoversion das hochgelobte Bühnenteam: den Nixon-Darsteller Frank Langella und als sein Gegenpart den Briten Michael Sheen. Wie in einem Boxkampf lässt Howard beide gegeneinander antreten – die Spannung steigt von Runde zu Runde bis zum entscheidenden Duell.

Anfangs scheint Nixons Rechnung aufzugehen. Mit machiavellistischem Starrsinn walzt er den zu wenig erfahrenen Moderator aus dem Weg. Doch schliesslich, nach einem Anruf des betrunkenen Ex-Präsidenten, erwacht in Frost der Ehrgeiz. Fieberhaft lässt er Munition sammeln – und bekommt am Ende ein Bekenntnis, wie es niemand erwartet hat. «Das amerikanische Volk… Ich habe es getäuscht», gesteht Nixon. «Ich habe das Land verraten.»

Langella meisterhaft

Frank Langella braucht sich mit seinem Nixon nicht vor dem atemberaubenden Auftritt verstecken, den Anthony Hopkins 1995 in Oliver Stones «Nixon» lieferte. Langella spielt die Sturheit dieses Machtmenschen derart intensiv, dass er eins scheint mit ihm. Brillant ist aber ebenso das Drehbuch Morgans, der schon mit «The Queen» sein Gespür für zeitgeschichtliche Themen bewies.





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