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Tagblatt Online, 28. Juni 2009 08:03:20

«Er wollte alles übertreffen»

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Der Fan Weltweit trauern die Jackson-Fans um ihren King of Pop. Ueli Meier ist Präsident des grössten Schweizer Fanclubs. In London hätte der 24-Jährige seinen Lieblingskünstler zum erstenmal live gesehen. Vielleicht fliegt er jetzt trotzdem hin. Roger Berhalter

Eigentlich hat er ja gar keine Zeit zu telefonieren. Wenige Stunden nach Michael Jacksons Tod ist Ueli Meier ein gefragter Mann. Alle wollen den Präsidenten des grössten Schweizer Jackson-Fanclubs am Telefon, vor der Kamera, am Mikrophon. Seit dem frühen Morgen läuft sein Handy heiss. Und über Mittag muss er kurz nach Hause, weil ihn ein paar Fernsehstationen interviewen wollen.

Dabei ist der Bauzeichner an diesem Morgen allein im Büro in Winterthur und hat neben all den Interviews noch einen Job zu erledigen.

Wie haben Sie vom Tod Ihres Idols erfahren?

Ueli Meier: Letzte Nacht weckten mich die Nachbarn. Ihre Katze war auf meinen Balkon gesprungen. Schon da sah ich erste Nachrichten auf meinem Handy, Jackson habe einen Herzstillstand erlitten. Es waren aber erst Gerüchte, also ging ich wieder schlafen. Von Jacksons Tod erfuhr ich, als ich heute Morgen den Computer aufstartete.

Und seit sechs Uhr morgens läuft das Telefon heiss.

Wie geht es Ihnen?

Meier: Ich habe Jackson natürlich nicht persönlich gekannt. Aber ich bin geschockt. Ich wollte zwei seiner Comeback-Konzerte in London besuchen, da hätte ich ihn zum erstenmal live gesehen. Moment bitte…

Das Geschäftstelefon klingelt, Meier wechselt die Leitung. Als Präsident und Mitgründer der Swiss Michael Jackson Community ist der 24-Jährige dem King of Pop näher gekommen als viele andere. Auch wenn er nie ein Konzert miterlebt hat: Einmal konnte er Jackson in London die Hand schütteln und ihm sogar kurz in die Augen sehen. Und vor vier Jahren traf er den Vater, Joseph Jackson, zum Interview in Berlin. Auf der Fanclub-Homepage (www.jackson.ch) ist nicht nur dieses Treffen dokumentiert, sondern auch alles Wichtige aus der Jackson-Welt.

Ueli Meier hat Lebensgeschichte, Konzerttermine und unzählige weitere Daten akribisch aufgelistet. Und das alles, um das Interesse wieder weg von den Skandalen, hin zu Michael Jackson als Künstler zu lenken.

Hat Jacksons Sie Tod überrascht?

Ueli Meier: Vom Medikamentenmissbrauch wusste man ja schon länger. Und schon in den Neunzigerjahren machte Jackson Entziehungskuren. Trotzdem war ich überrascht von seinem Tod.

Was, denken Sie, ist passiert?

Meier: Er wollte mit seinen Comeback-Konzerten alles übertreffen, was er bisher auf der Bühne gezeigt hat. Noch einmal so tanzen wie damals mit dreissig. Das sind unglaublich hohe Erwartungen, die er an sich selber gestellt hat. Sein Perfektionismus ist ihm zum Verhängnis geworden.

50 Konzerte, eine Million Zuschauer. Hätte dieses Monster-Comeback überhaupt funktioniert?

Meier: Ich habe nicht viel erwartet. Um nicht enttäuscht zu werden. Meine Hoffnung war aber, dass die Konzerte in London etwas Positives auslösen würden, dass Jackson wieder neue Kreativität entfalten könnte.

Werden Sie trotzdem hinfliegen?

Meier: Das weiss ich noch nicht. Der Flug ist längst gebucht, und ich habe Tickets für das zweite und dritte Konzert. Ich dachte, die ersten Auftritte zieht Jackson auf jeden Fall durch. Deshalb habe ich für den Flug auch keine Annullationsversicherung abgeschlossen.

Am Samstag, 4. Juli, treffen sich die Fans in Zürich. Details sollen folgen.






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