Tagblatt Online, 04. April 2009 16:43:57
NATO-Gegner setzen Gebäude in Brand
Situation in Strassburg ist eskaliert. (Bild: Bild: Keystone)
STRASSBURG. Am Rande des NATO-Gipfels in Strassburg ist es zu schweren Krawallen gekommen. Vermummte Demonstranten setzten ein Hotel und weitere Gebäude in Brand.
Die erste Etage des Hotels brannte aus. Über das Ausmass des Schadens im Ibis-Hotel gab es am Nachmittag unterschiedliche Angaben.
Es hätten sich keine Menschen im Gebäude befunden, weil mit Ausschreitungen gerechnet worden sei, hiess es. Überwiegend schwarz gekleidete Demonstranten hatten in den Mittagsstunden Brandsätze in das Hotel und andere Gebäude geworfen.
Ein altes Zollhaus nahe der Europabrücke zur deutschen Grenzstadt Kehl brannte lichterloh, schwarze Rauchsäulen stiegen empor. Die Polizei setzte Tränengas und Schockgranaten ein, um gegen die zunehmend gewaltbereiten Demonstranten vorzugehen. Nach Angaben eines Helfers vor Ort wurden etwa 50 Personen verletzt.
Hunderte Demonstranten zogen durch die Strassen, zündeten Reifen an, schlugen Schaufenster ein und plünderten Geschäfte. Wasserwerfer der deutschen Polizei und die deutsche Feuerwehr fuhren über die Europabrücke und begannen damit, das Feuer des ehemaligen Zollhauses zu löschen.
Was als friedlicher Protest angekündigt war, entwickelte sich im Lauf des Tages immer mehr zu Krawallen. "Ich bin sehr wütend, das sollte eine friedliche Demonstration werden", sagte Marie-George Buffet von der französischen Kommunistischen Partei.
Am Morgen hatte die Polizei eine Protestaktion auf dem Rhein verhindert. 13 Schwimmer und Taucher seien in der Nähe der über den Fluss führenden Fussgängerbrücke in Gewahrsam genommen worden.
Über die Brücke nach Frankreich waren kurze Zeit später die Staats- und Regierungschefs gelaufen und in der Mitte von Präsident Nicolas Sarkozy in Empfang genommen worden.
Eine Demonstration von NATO-Gegnern in Baden-Baden war am Freitag friedlich verlaufen, in Strassburg hingegen hatte es bereits Krawalle gegeben. Zum Schutz des Gipfel sind mehr als 10 000 Polizisten im Einsatz. (sda/afd)
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