Tagblatt Online, 04. Oktober 2008 08:30:00
Solider Innenverteidiger im jungen Team
Der 24jährige Lukas Schenkel (rechts) ist eine der Teamstützen des FC St. Gallen. (Bild: Bild: Nicolas Senn)
Lukas Schenkel spielt seit dieser Saison in der Abwehr des FC St. Gallen. Mit dem Wechsel vom Bergholz in die AFG Arena ist der 24jährige seinem Ziel Super League nähergekommen.
Markus Scherrer
Als Lukas Schenkel im Sommer 2007 beim FC Wil zum Captain aufstieg, erschien in unser Zeitung ein Porträt über den Berner Verteidiger. Viel, sagt er, habe sich seither nicht geändert. Schenkel verzichtet auch heute noch auf die Dienste eines Spielerberaters. Er will seine Geschicke in den eigenen Händen halten. Und nach wie vor wohnt er in Goldach – im selben Haus wie sein Grossvater.
Keine Sekunde gezögert
Zwei, drei Dinge haben sich im Leben von Schenkel trotzdem verändert. Einerseits spielt er nicht mehr bei Wil, sondern bei St. Gallen. Anderseits erfuhr er in diesem Sommer, was es heisst, ein Spieler zu sein, der begehrt ist. Schliesslich hat er zuvor die andere Erfahrungen gemacht. Als er Ende Saison 2005/06 nach einem Abstecher zum U21-Team der Young Boys nach Thun zurückkehrte, wurde ihm dort geraten, den Beruf zu wechseln. Das weckte den Ehrgeiz in Schenkel. Er wurde bei vielen Vereinen in der Challenge League vorstellig, bekam nur Absagen zu hören und erhielt erst bei Wil, nach einem dreiwöchigen Probetraining, einen Vertrag.
Im Bergholz kämpfte er sich von der Ersatzbank in die Stammformation, er stieg innerhalb kürzester Zeit zur Teamstütze auf und wurde im Sommer 2007 Captain. «Die zwei Jahre in Wil waren super», sagt Schenkel. Dennoch zögerte er keine Sekunde, das Angebot des FC St. Gallen anzunehmen. Denn schliesslich konnte er den «Schritt zum grösseren Bruder» machen. Mit dem Wechsel nach St. Gallen sei er seinem Ziel, einmal in der Super League zu spielen, ein Stück nähergekommen, sagt Schenkel.
«Auf dem richtigen Weg»
So wie einst in Wil haben sie es auch in St. Gallen nicht bereut, Schenkel verpflichtet zu haben. Solid und fehlerlos waren bis anhin seine Leistungen in der Abwehr. Und wenn der FC St. Gallen nach acht Runden in der Challenge League die Mannschaft ist, die mit sechs Toren am wenigsten Treffer kassiert hat, dann ist das auch Schenkels Verdienst.
Der Innenverteidiger selber hat sich schnell an seinem neuen Arbeitsort eingelebt. Er hat sich in einer Mannschaft wiedergefunden, die er als jung und hungrig bezeichnet, und die ein gemeinsames Ziel verfolgt: «Es gibt für uns nichts anderes als den Aufstieg.» Dass der Weg in die Super League noch weit und beschwerlich ist, dessen ist sich Schenkel bewusst. Die Bestätigung dafür erhielten die St. Galler beim 2:4 in Thun. «Nach dieser Niederlage sind wir wieder wacher geworden. Obwohl für uns von Anfang an feststand, dass wir nicht jeden Gegner mit 4:0 oder 5:0 besiegen», sagt Schenkel. Am Montag folgte nun das 1:0 in Schaffhausen. Diesen Sieg deutet Schenkel als Indiz dafür, dass «wir auf dem richtigen Weg sind». Dieser soll heute, ab 18 Uhr, in der AFG Arena gegen Nyon fortgesetzt werden.
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