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Tagblatt Online, 16. September 2008 13:30:11

Kochen mit Muttermilch weder erlaubt noch verboten

Storchen Iberg Zoom

Hans Locher wollte mit Muttermilch kochen. (Bild: Bild: Marc Dahinden)

WINTERTHUR. Der Wirt des Restaurant "Storchen" in Iberg bei Winterthur will mit Muttermilch kochen. Vorgesehen sind Zürcher Geschnetzeltes und Suppen. Laut dem kantonalen Labor gehört der Mensch aber nicht zu den Nahrungsmittel-Lieferanten.

Für den "Storchen"-Wirt ist das Kochen mit Muttermilch nichts Anstössiges. "Wir sind alle damit aufgezogen worden. Weshalb sollte Muttermilch jetzt nicht mehr zu unserem Speiseplan gehören", sagt Hans Locher auf Anfrage der SDA. Er selber habe schon im privaten Rahmen damit experimentiert und sehr gute Ergebnisse erzielt.

Milch vor Gebrauch abkochen
Es schmecke wirklich, versicherte Locher. Muttermilch sei süsslich und viel fetthaltiger als normale Kuhmilch. Um die Saucen sämig hinzukriegen, sei es aber wichtig, Rahm darunterzumischen. Zudem müsse man die Milch vor Gebrauch abkochen.

Jetzt will Locher die Muttermilch im Rahmen von mehreren "Aktionswochen" auf die Speisekarte nehmen. Wie der Winterthurer "Landbote" berichtet, sucht der Wirt per Flugblatt "Lieferantinnen". Gratis müssen die Mütter ihre Milch nicht hergeben. Für einen Vier-Deziliter-Becher bezahlt Locher 6.50 Franken. Zudem blieben die Mütter anonym, versichert er.

Zu einem Verkauf ist es bis jetzt allerdings nicht gekommen. Er habe zwar schon mehrere Reaktionen von Müttern bekommen.

Nicht konkret verboten
Ein weiteres Problem könnte von Seiten der Behörden auf den Wirt zukommen. Laut dem Zürcher Kantonschemiker Rolf Etter gehört der Mensch nämlich nicht zu jenen Säugetieren, deren Produkte man verarbeiten darf. Konkret verboten sei dies allerdings auch nicht.

Etter ist der Meinung, dass das Kochen mit Muttermilch trotzdem gegen das Lebensmittelgesetz verstösst. Der "Storchen"-Wirt lässt sich davon nicht beeindrucken. (sda)





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