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Tagblatt Online, 09. Juli 2010 15:48:00

Alle wollen mit Pin-Up-Michèle befreundet sein

Michèle Koller Zoom

Gestern Bodenlegerin, heute Pin Up: Michèle Koller wurde zum Shooting mit Carlos Kellá eingeladen. (Bild: Bild: Mike Helbling (www.themike.ch))

UZWIL. Die Leser von «Bild.de» sollten in einem Online-Voting aus 36 Kandidatinnen ihr Kalender-Girl 2011 erküren. Das haben sie getan: Die Siegerin heisst Michèle Koller und kommt aus Uzwil. Sie sicherte sich einen Viertel aller 14'000 abgegebenen Stimmen. Ein Interview mit der 29-jährigen Pin-Up-Lady.

Sandra Schweizer Csillany

Ende Juli ist es soweit - Michèle Koller wird den Flug nach Hamburg nehmen und dort für den Fotografen Carlos Kellá und seinen Wochenkalender «Girls & Legendary US Cars» posieren. Der Hamburger hat die Uzwilerin aus den drei erstplatzierten Mädchen für sein Shooting ausgewählt (s. Tagblatt vom 8. Juli 2010).



Michèle Koller, wie haben Sie vom Voting auf «Bild.de» erfahren?
Michèle Koller: Im Internet bestelle ich oft Kleider. Dort bin ich auf der Startseite eines Modelabels auf ein Model gestossen, das bei Carlos Kellá für den Kalender «Girls & Legendary US Cars» unter Vertrag steht. So bin ich darauf gekommen. Die Bewerbung war eine spontane Aktion.

Mit welchen Fotos haben Sie sich beworben?
Koller: Ein-, zweimal pro Jahr posiere ich für einen Kollegen, der Hobbyfotograf ist. Beworben habe ich mich mit einem Bild, auf dem ich mit dem roten Pontiac meines Freundes posiere. Das Foto war eine Idee von ihm.

Wie sind ihre Gefühle ein paar Tage nach dem Voting-Sieg?
Koller: Am Montagmorgen habe ich vom Sieg erfahren. Am Nachmittag rief dann Markus Abrahamczyk von «Bild.de» an und fragte mich, ob ich am 31. Juli Zeit für ein Shooting hätte. <Grundsätzlich schon>, sagte ich. Er sagte: <Dann buch’ gleich einen Flug!> Am Abend telefonierte auch noch Carlos Kellá. Ich war total aus dem Häuschen. Ich hatte nicht unbedingt erwartet, zum Shooting eingeladen zu werden. Die Zweit- und Drittplatzierten sind meiner Meinung nach weiblichere Typen und hätten sich auch gut im Kalender gemacht. Am Dienstag musste ich wieder zur Arbeit, da wurde ich wieder ruhiger. Seither gab es einige Anfragen der Medien, das ist schon etwas komisch. Und alle wollen nun auf Facebook mit mir befreundet sein. Da bin ich aber skeptisch. Ich freue mich zwar, aber ich sehe mich nicht als Star. Ich denke, der Hype geht so schnell vorbei, wie er gekommen ist.

Wie bereiten Sie sich aufs Shooting vor?
Koller: Bis letzten Januar habe ich auf der Baustelle gearbeitet. Nun sitze ich nur noch im Büro. Bis zum Shooting muss ich also schon noch etwas trainieren. Auch wenn es nur für den Kopf ist. Anscheinend gibt es Mädchen, die schauen, wie andere posieren. Das mache ich nicht. Ich denke, es ist Sache des Fotografen, Anweisungen zu geben. Carlos Kellá ist ein Profi, der wird wissen, was er will.

Wissen Sie schon, wo und wie Sie fotografiert werden?
Koller: Carlos Kellá hat zwei verschiedene Locations und Autos im Kopf. Wie die ausschauen, weiss ich nicht. Wir werden am Freitag vor dem Shooting durch die Geschäfte der Sponsoren gehen, um die Outfits auszusuchen.

Welche Woche würden Sie im Kalender am liebsten präsentieren?
Koller: Vielleicht die Woche, in der mein Freund Geburtstag hat. Das wäre die erste Septemberwoche.

Wie würden Sie am liebsten fotografiert?
Koller: Ich habe kein Wunschbild im Kopf. Das ist eine künstlerische Frage. Ich bin keine Künstlerin.

Sind Sie aufgeregt?
Koller: Ja. Ich hoffe, das legt sich noch. Ich kenne das vom Sport her. Auch dort muss man sich mit der Aufregung vor einem Kampf herumschlagen. Carlos Kellá scheint aber sympathisch und offen zu sein. Deshalb denke ich, dass das Shooting gut über die Bühne gehen wird.

Wie geht es nach dem Kellás-Engagement weiter? Haben Sie Ambitionen aufs Modeln?
Koller: Das Business ist ein <gefaktes> Business, sage ich mal. Vorne herum scheint alles schön und perfekt, hinten herum ist es anders. Klar, wenn ich so Geld verdienen könnte, würde ich nicht nein sagen. Ich habe 12 Jahre lang auf dem Bau als Bodenlegerin gearbeitet und kaputte Knie. Für eine Model-Karriere bin ich schon alt. Ich will mir etwas Dauerhaftes aufbauen. Es gibt Pin-Ups wie Zoe Scarlett aus Basel, die vom Posieren leben können. Aber die haben das geplant und aufgebaut, sich zum Beispiel die Brüste machen lassen.

Würden Sie das nicht tun?
Koller: Es ist einfach keine Lebensgrundlage. Was mache ich, wenn ich ein Kind habe oder 50 Jahre alt bin? Wir sind hier in der Schweiz und nicht in den USA, wo man vielleicht noch besser als Pin-Up leben kann. Ich bleibe lieber vorsichtig und vernünftig. Ich habe jetzt einen guten Chef. Voll auf ein Leben als Pin-Up zu setzen, den Job sausen zu lassen und mein Studium aufzugeben - das kommt nicht in Frage.








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