Tagblatt Online, 12. Juli 2012 00:00:00
Eine Art Teekessel auf Rädern
Der Scooba 230 von iRobotics als künstlich intelligentes Haustier
Bereits beherrschen sie die Fabriken, jetzt kommen sie auch zu uns nach Hause: Roboter. Seit 1961 wurden weltweit 2,3 Millionen Industrieroboter verkauft. Seit es diese gebe, also seit 51 Jahren, sei das Jahr 2011 das erfolgreichste Jahr gewesen, berichtet die International Federation of Robotics (IFR).
Stefan Betschon
Neben den Industrierobotern sind ausserhalb von Fabriken gemäss IFR die Service-Roboter direkt für das Wohlergehen der Menschen zuständig. Als Service-Roboter gelten etwa Melkmaschinen, aber auch Kampfdrohnen.
Der Scooba 230 von iRobotics (429 Franken) sieht nicht aus, als könne er auch nur einer Fliege etwas zuleide tun. Mit aufgeklapptem Henkel ähnelt dieser Bodenwischroboter einem Teekrug auf Rädern. Er überrascht durch seine geringen Ausmasse: Er ist nur knapp 9 Zentimeter hoch und 16,5 Zentimeter breit. Zuerst einmal braucht er die helfende Hand eines Menschen, der ihn mit dem Stromnetz koppelt.
Der Roboterforscher Hans Moravec hat 1988 vorausgesagt, es werde noch 40 Jahre dauern, bis der Mensch in der Maschine einen ihm ebenbürtigen Partner finden werde; 1999, bei seinem zweiten Buch, sind es noch immer 40 Jahre. Die erste Stufe in der Roboter-Evolution seien die Haushaltroboter, deren Intelligenzquotient ungefähr demjenigen einer Eidechse entspreche.
Der Akku aufgeladen, der Tank mit Seifenwasser gefüllt, ein Knopf gedrückt, und los geht's: Unermüdlich surrt das kleine Ding auf dem Küchenboden herum. Zuerst macht er zwei, drei Kreise, dann fährt er zielstrebig geradeaus, bis er auf ein Hindernis stösst. Einmal verirrt er sich unter einem Gestell, doch er findet wieder heraus. Das kleine Ding weiss sich in einer mit vielen Hindernissen vollgestellten Küche gut zu orientieren und findet zuverlässig freie Flächen. Nach rund zwanzig Minuten ist er müde, braucht die Hilfe des Menschen und Anschluss ans Stromnetz.
Das Seifenwasser, das der Scooba verteilt und wieder aufgesaugt hat, ist nun schmutzig, folglich muss der Boden sauberer sein als vorher. Das ist ihm aber nicht unbedingt anzusehen. Es könnte Menschen geben, die behaupten, mit einem Wischmopp hätte man rascher mehr erreicht. Doch wie viel Intelligenz hat so ein Mopp?
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