Ratgeber

Fehlbenehmen am Firmenessen: Gibt es Regeln?

(GAETAN BALLY (KEYSTONE))
STIL ⋅ Ich (m, 43) freue mich sehr auf das anstehende Weihnachtsessen unseres Betriebs. Für mich ist dies jedes Mal ein feierlicher Anlass, den ich sehr schätze. Doch etliche Kollegen und Kolleginnen lassen jeweils Respekt und Stil vermissen und benehmen sich geradezu peinlich. Welche Fettnäpfchen drohen an Firmenfeiern?
04. Dezember 2017, 07:43
Michèle Ségouin

Um an der Firmenfeier den Tritt ins Fettnäpfchen zu vermeiden, sollte man sich über den vermeintlich simplen Bühnenwechsel vom beruflichen auf das halbprivate Parkett vorgängig ein paar grundsätzliche Gedanken machen. Denn der Eindruck, den wir an einer Weihnachtsfeier hinterlassen, hallt im folgenden Büroalltag nach.

Dresscode einhalten

Ist ein Dresscode vorgeschrieben, sollte man diesen auch befolgen. Mit der Ein- beziehungsweise Nichteinhaltung einer Kleidervorschrift kommunizieren wir gewissermassen auch unsere Bereitschaft, Regeln einzuhalten. Meistens ist es den Mitarbeitenden freigestellt, welche Kleidung zur Feierlichkeit getragen werden darf. Obwohl die Gunst der Stunde durchaus dafür genutzt werden kann, die alltägliche Jeans im Schrank hängen zu lassen, sollte von allzu freizügiger Bekleidung abgesehen werden. Auch wenn der Tapetenwechsel dazu animiert, etwas mehr von sich preiszugeben, sollte die Garderobe dennoch dem Rahmen angepasst bleiben.

Muntermacher Alkohol

Berühmt und berüchtigt sind Geschichten von feuchtfröhlichen Feiern, bei welchen der Alkohol in Strömen floss. Wenn auch das ritualgetreue Anstossen beim Apéro ausnahmsweise zum guten Ton gehört, zählt der zu tiefe Blick ins Glas keineswegs zu den Tugenden der Stunde. Wer am nächsten Arbeitstag nicht über unangenehme Anekdoten hinsichtlich seines peinlichen Auftritts stolpern möchte, legt punkto Alkoholkonsum Mässigkeit sowie Zurückhaltung an den Tag.

Falsche Kumpelei

Ein Fettnäpfchen, welches gerne unter dem Mantel der Firmenfeier lauert, ist die Anrede. Besonders in hierarchiegetreuen Unternehmen gilt es als Fauxpas, den Chef oder die Chefin plötzlich mit Vornamen anzusprechen, nur weil er/sie sich an der Weihnachtsfeier ungewohnt locker unter die Leute mischt. Wer das Du anbieten möchte, befolgt auch an einer ungezwungenen Feier die Faustregel «Rang vor Alter vor Geschlecht». Es ist folglich nach wie vor der Vorgesetzte beziehungsweise die ältere Person, welche das Angebot der Du-Anrede machen darf.

Heikel: Selfie und Video

Im digitalen Zeitalter ist es wohl unumgänglich, dass mittels Handykameras Schnappschüsse mit nachhaltigem Charakter entstehen: Selfies und Grimassen haben das klassische Belegschaftsporträt längst überholt. Doch Vorsicht ist geboten: Wer ungefragt die Aufnahmen auf sozialen Netzwerken teilt, macht sich nicht zwingend neue Freunde – und begibt sich rechtlich auf heikles Terrain.

Wertschätzung zeigen

Auch wenn die firmeninterne Weihnachtsfeier seitens Arbeitnehmer gern als selbstverständlich hingenommen wird, zeugt es dennoch von einer gewissen Klasse, sich (beim Chef/der Chefin) für die Einladung zur Feierlichkeit zu bedanken. Es empfiehlt sich somit auch nicht, die Feier wortlos und klammheimlich zu verlassen.

Michèle Ségouin


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