Krank: Wer zahlt die Beiträge für die PK?

Symbolbild Pensionskasse. (Manuela Jans / Neue LZ)
RATGEBER ⋅ Ich (w, 56) bin seit zwei Monaten krank und kann nicht arbeiten. Die Dauer meiner Arbeitsunfähigkeit ist ungewiss, und mein Arbeitgeber möchte mich bei der Pensionskasse für die Beitragsbefreiung anmelden. Was hat dies für Folgen? Hat dies auch Einfluss auf die AHV?
20. Dezember 2017, 04:40
Gaby Syfrig, Stans

Die meisten Reglemente der Pensionskassen sehen vor, dass versicherte Personen, die infolge Krankheit oder Unfall für längere Zeit arbeitsunfähig sind, von den Prämienzahlungen befreit werden. Die zu- ständige Vorsorgeeinrichtung übernimmt nach Ablauf der Wartefrist von in der Regel 90 Tagen die geschuldeten BVG-Beiträge für den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber.

Keine Lücken

Es entstehen somit keine Lücken im Sparprozess, und die Beiträge werden weiterhin dem Konto der versicherten Person gutgeschrieben. Für Sie ist dies nur von Vorteil, da sich Ihre späteren Altersleistungen trotz der momentanen Arbeitsun­fähigkeit nicht schmälern. Eine von der Vorsorgestiftung gewährte Beitragsbefreiung endet erst, wenn die Arbeitsunfähigkeit nicht mehr besteht, die versicherte Person pensioniert wird oder stirbt. Ungeachtet bleibt, ob ein Arbeitsverhältnis während der Arbeitsunfähigkeit aufgelöst wird. Solange eine versicherte Person beitragsbefreit ist, bleibt sie der leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung angeschlossen, und die Vorsorge wird gemäss bestehendem Vorsorgeplan weitergeführt. Damit Sie von diesem Versicherungsschutz profitieren beziehungsweise damit die Sparbeiträge ihnen weiterhin gutgeschrieben werden, ist eine voraussichtlich länger dauernde Arbeitsunfähigkeit rechtzeitig vom Arbeitgeber an die Pensionskasse zu melden. Die meisten Vorsorgeeinrichtungen haben hierzu ein entsprechendes Meldeformular.

Falls bereits Krankentag­geld­abrechnungen und ärztliche Bescheinigungen vorliegen, können diese Unterlagen mit der Anmeldung eingereicht werden. Die Pensionskasse hat somit zusätzliche Angaben zum Schadenfall, und die Leis­tungsprüfung kann zügiger abgewickelt werden.

IV kontaktieren

Ebenfalls haben Sie Anspruch auf Früherfassung bei der Invalidenversicherung (IV), wenn Sie während mindestens 30 Tagen ununterbrochen arbeitsunfähig sind. In Ihrem Fall sollte die Anmeldung bereits durch Sie, den Arzt, den Arbeitgeber, den Kranken- oder den Krankentaggeldversicherer erfolgt sein. Dauert der jetzige Gesundheitszustand weiterhin an und sind Leistungen der Invalidenversicherung absehbar, ist eine Anmeldung für IV-Leistungen bei der IV-Stelle ihres Wohnkantons innerhalb sechs Monaten nötig. Bitte beachten Sie, dass verspätete Meldungen zu Leistungskür­zungen führen können.

AHV-Beiträge prüfen

Falls Sie über einen längeren Zeitraum keine Lohnzahlungen empfangen und ausschliesslich Krankentaggelder beziehen, sollten Sie prüfen, ob Sie Ihre AHV-Beitragspflicht weiterhin als erwerbstätige Person erfüllen. Nehmen Sie mit der Ausgleichskasse Kontakt auf und vermeiden Sie damit allfällige Beitragslücken, die später zu lebenslangen Rentenkürzungen führen.

Gaby Syfrig, Stans

Sozialversicherungsfachfrau mit eidg. FA, Weibel, Hess & Partner AG, www.whp.ch

Bei längerer Arbeitsunfähigkeit entstehen Ansprüche aus unterschiedlichen Versicherungen. Leistungsansprüche sind rechtzeitig zu beantragen. Verspätete Meldungen können zu lebenslangen Leistungsreduktionen führen. Überprüfen Sie auch, ob Sie Ihre AHV-Beitragspflicht weiterhin als erwerbstätige Person erfüllen. (red)

 

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