Ratgeber

Sonnenschutz im Winter: Was ist die beste Pflege?

(Bild: Christian Merz/Keystone)
GESUNDHEIT ⋅ Sind die üblichen Sonnenschutz-Massnahmen auch im Winter angebracht, oder muss man da etwas Spezielles beachten? Und was trägt man eigentlich zuerst auf: Sonnenschutzmittel oder Tagespflege-Produkt?
30. Januar 2018, 08:38
Dr. med. Bettina Schlagenhauff

Sonnenschutz ist auch im Winter ein grosses Thema. So wichtig und wohltuend das Sonnenlicht für uns ist, so gefährlich sind leider auch seine UV-Strahlen. Beide Arten (UVA und UVB) können Hautkrebs auslösen. Je mehr die Haut der Strahlung ausgesetzt ist, desto höher wird das Risiko, im Laufe des Lebens an Hautkrebs zu erkranken.

Sonnenschutz durch Kleidung, Meiden der Mittagssonne sowie Sonnenschutzmittel sind also unbedingt erforderlich, auch bei bewölktem Himmel – und im Winter. In der kälteren Jahreszeit muss man im Prinzip nichts anderes machen – aber man muss noch mehr auf der Hut sein. Gerade bei schlechterem Wetter wird die UV-Intensität häufig unterschätzt, ganz besonders in den Bergen.

Um eine gute Einschätzung der UV-Intensität zu erhalten, ist der sogenannte UV-Index geeignet (Internet/Gratis-Apps).

Ein weiterer wichtiger Grund für konsequente Sonnenschutzmassnahmen ist der Einfluss des UV-Lichts (insbesondere UVA) auf die Hautalterung. Regelmässige Sonnenexposition und Solariumbesuche begünstigen nicht nur die Hautkrebsentstehung, sondern beschleunigen und verstärken auch die Hautalterung. Es ist daher sehr sinnvoll, Sonnenschutzprodukte in die tägliche Hautpflege zu integrieren.

Was ist zu beachten? Generell wird die tägliche Anwendung eines Sonnenschutzpräparates mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 15 empfohlen. Das gewählte Produkt sollte die Haut sowohl vor UVB- als auch vor UVA-Strahlen schützen.

Die Höhe des Lichtschutzfaktors soll in Abhängigkeit von individueller Sonnenempfindlichkeit, Jahreszeit, Aufenthaltsort und Dauer der Sonnenexpo­sition ausgewählt werden. Der angegebene Lichtschutzfaktor eines Produktes wird aber nur erreicht, wenn eine grosse Menge (zirka 2 mg pro cm2) aufgetragen wird. Das ist kaum zu schaffen, man sollte es aber doch annähernd versuchen.

Wichtig ist zudem, dass man ein den eigenen Bedürfnissen angepasstes Produkt auswählt. In der breiten Auswahl gibt es Sonnenschutz für sensible Haut, zu Akne neigender Haut, zu Sonnenallergie neigender Haut etc. Tagescremes mit integriertem Lichtschutz sind für eine längere Zeit im Freien meist nicht ganz ausreichend, da der Schutzfaktor oft zu gering ist.

Tagespflege vor Sonnenschutz ist wohl angenehmer

Zur Frage, in welcher Reihenfolge Tagespflege und Sonnenschutzpräparat aufgetragen werden sollen, gibt es keine wissenschaftlich fundierten Aussagen, jedoch Empfehlungen der Produkthersteller.

Es ist sicher angenehm, zunächst die Tagespflege aufzutragen, und danach – nach einer Einwirkzeit – das Sonnenschutzpräparat, allenfalls darüber noch ein Make-up. Bei Produkten mit rein chemischen Sonnenschutzfiltern ist dieses Vorgehen praktikabel.

Bei Sonnenschutzcremes mit sog. physikalischen Filtern (z. B. Zinkoxid) kann ähnlich vorgegangen werden. Allerdings beruht das Wirkprinzip dieser Filter auf Reflexion des Lichtes, weshalb man kein zusätzliches Make-up anwenden sollte. Als Alternative gibt es getönte Sonnenschutzcremes.

Viele hochwertige Sonnenschutzprodukte haben pflegende Eigenschaften und enthalten nebst UV-Schutzfiltern Vitamine, Antioxidantien und hautberuhigende Substanzen. Eine zusätzliche Tagespflege ist oft gar nicht nötig. Empfehlenswert sind aber für den Abend eine gute Reinigung und eine hautberuhigende, regenerierende Nachtcreme. UV-Schutz und Pflege sind unentbehrlich.

Dr. med. Bettina Schlagenhauff


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