Können Schallzahnbürsten zu Zahnschäden führen?

Zahnbürste (Dominik Wunderli)
GESUNDHEIT ⋅ Ich benutze eine elektrische Schallzahnbürste. Obwohl der vibrierende Bürstenkopf von den Zähnen ferngehalten werden soll, kommt es doch hin und wieder vor, dass der eine oder andere Zahn mit dem harten Plastikteil in Berührung kommt. Kann das Zahnschäden anrichten? Lockern sich vielleicht Implantate und Kronen?
09. Januar 2018, 09:39
Dr. med. dent. Jurg Eppenberger

Moderne Schallzahnbürsten mit hydrodynamischem Effekt stellen heutzutage in der Mundhygiene eine neue Dimension dar. Sie sind Hand- und anderen elektrischen Zahnbürsten überlegen. Studien zeigen eine um bis zu 50 Prozent verbesserte Reinigung.

Vereinfacht ausgedrückt: Die Zähne werden bei richtiger Anwendung der Schallzahnbürste sauberer, und das Risiko, beim falschen Putzen Schaden anzurichten, ist geringer.

Wie ist die Wirkungsweise von modernen Schallzahnbürsten mit hydrodynamischem Effekt? Sie erzeugen zusätzlich zur mechanischen Reinigung hydrodynamische Turbulenzen im Speichel-Wasser-Zahnpasten-Gemisch. Diese Turbulenzen in der «Mundflüssigkeit» um den schwingenden Bürstenkopf entfernen Bakterien auch von Zahnbereichen, die von den Borsten mechanisch nicht direkt berührt werden.

Das heisst, dass erstens der Bürstenkopf nicht zu fest an die Zähne gedrückt werden darf, sonst wird die Schwingung gebremst. Und zweitens darf mit der Schallzahnbürste keine eigentliche Putzbewegung durchgeführt werden, wie wir sie von der Handzahnbürste kennen.

So putzt man richtig mit der Schallzahnbürste

1. Damit alle Zähne von der Zahnpaste profitieren, sollten Sie die Paste zuerst mit der Bürste an alle Zähne verteilen und erst dann die Zahnbürste einschalten.

2. Den Bürstenkopf legen Sie ohne Druck im 45-Grad-Winkel zum Zahn-Zahnfleisch-Übergang an. Schalten Sie dann die Bürste ein.

3. Führen Sie kleine Wippbewegungen nach vorne und hinten durch, um die Borsten näher an die Zahnzwischenräume zu führen.

4. Nach zirka drei bis vier Sekunden Einwirkzeit pro Zahn führen Sie die Bürste zum nächsten Zahn.

5. Reinigen Sie alle Zähne auf diese Art systematisch nach einem immer gleichen Ablauf: Beginnen Sie immer an der gleichen Stelle im Mund, zuerst innen und dann aussen.

6. Beachten Sie, dass Sie an den Aussen- und Innenflächen den schwingenden Bürstenkopf immer auch am Zahnfleisch spüren: So liegt er richtig.

Zu Ihrer Frage, ob mit Schallzahnbürsten ein erhöhtes Schadenrisiko besteht: Nein, das Risiko ist niedriger als mit Handzahnbürsten, selbst dann, wenn man sie nicht ganz korrekt anwendet. Das Berühren der Zähne mit dem Bürstenkopf beispielsweise ist eine sehr unangenehme Empfindung, und das wird deshalb nur sehr kurz stattfinden. Schaden anrichten kann eine solch kurze Berührung nicht.

Ereignen sich Schäden, sind immer bereits Vorschädigungen vorhanden, und die Probleme hätten sich in Kürze sowieso gezeigt. Einzig frisch eingesetzte Zahnimplantate empfehle ich, nicht mit Schallzahnbürsten zu reinigen, da allenfalls der Einheilvorgang des Implantates gestört werden könnte.
 


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