Ratgeber

Sind Online-Hypotheken immer günstiger?

Der Nationalrat will, dass der höchste Lohn in bundesnahen Betrieben die Schwelle von 500'000 Franken nicht überschreitet. (Themenbild) (KEYSTONE/TI-PRESS/GABRIELE PUTZU)
GELD ⋅ Meine Hypothek läuft in acht Monaten aus, und mir ist aufgefallen, dass es immer mehr Online-Hypotheken gibt. Wie seriös sind solche Online-Hypotheken, und worauf muss ich achten, wenn ich online eine Hypothek abschliesse? Sind sie in jedem Fall günstiger als eine Offline-Hypothek bei einer Bank oder einer Versicherung?
15. Dezember 2017, 12:16
Alexander Paul

Wir buchen unsere Ferien online, bestellen die neusten Elektronik-Gadgets bequem von zu Hause aus und probieren Schuhe und Kleidung lieber vor dem eigenen Spiegel als in der engen Umkleide im Laden. Warum also sollte man nicht auch die Hypothek online abschliessen?

Online-Hypos wenig flexibel

Es gibt einen entscheidenden Unterschied: Während Sie die zu kleinen Schuhe meist ohne Gebühr wieder retournieren können, lässt sich ein Kreditvertrag nicht ohne weiteres rückgängig machen. Ihre Hypothek muss also von Anfang an passen wie ein Massanzug – spätere Korrekturen und Abänderungen sind nicht möglich oder mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden.

Bei einer Online-Hypothek müssen Sie also genau wissen, welche Hypothek zu Ihnen passt. Denn Beratungs- oder Betreuungsdienstleistungen können Sie keine erwarten. Zu­dem sind die Angebote von Online-Hypotheken stark ein­- ge­schränkt. Oft wird nur eine Be­lehnung bis 65 Prozent an- ­­geboten – Offline-Anbieter hingegen vergeben in der Regel Kredite bis zu 80 Prozent des Immobilienwerts/-kaufpreises. Einige Online-Anbieter schliessen zudem selbstständig Erwerbende gänzlich aus. Häufig sind Finanzierungen für die Ferienwohnung oder Renditeobjekte ebenfalls nicht zulässig. Bei der Online-Hypothek handelt es sich also um ein standardisiertes Massengeschäft. Indivi­duelle Lösungen oder verhandelbare Zinsabschläge sind nicht vorgesehen.

Unseriös sind die Anbieter deshalb aber keinesfalls. Denn hinter den unzähligen Online-Hypotheken stehen häufig Kantonalbanken, die neben dem traditionellen Vertriebs­kanal über die eigenen Filialen einen Online-Kanal für standardisierte Hypothekargeschäfte erschliessen möchten. So können die Banken ihre Kosten reduzieren und die eigenen Margen optimieren.

Möchten Sie Ihre bestehende Hypothek online ablösen, soll­ten Sie erst einmal prüfen, ob Sie die zahlreichen Voraussetzungen überhaupt erfüllen. Auch wenn die Online-Anbieter auf den ersten Blick häufig sehr günstige Konditionen anbieten, gilt auch hier: Holen Sie zusätzlich 2 bis 3 Offerten von tradi­tionellen Anbietern ein, und ver­han­deln Sie die Zins­offerten nach. Je nach Verhandlungs­geschick können Sie über einen Offline-Anbieter nämlich noch bessere Konditionen raus­schlagen.

Spezialist beiziehen

Wollen Sie schnell einen Überblick zu verschiedenen Online- und Offline-Anbietern im Markt erhalten, dann kann der Beizug eines unabhängigen Spezialisten hilfreich sein. Dieser vergleicht Angebote für Sie und hilft Ihnen nicht nur bei der Suche nach der optimalen Refinanzierung, sondern verhandelt die Konditionen auch gleich für Sie. Möchten Sie gleich selber online einen ersten Überblick erhalten, dann helfen Ihnen spezialisierte Refinanzierungsplattformen, im Internet kostenlos online und offline Refinanzierungsanbieter, zu vergleichen.

Alexander Paul


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