Ratgeber

Hausverkauf: Muss ich den PK-Vorbezug zurückzahlen?

Hausverkauf. (Bild: Keystone)
GELD ⋅ Ich bin 63 und plane den kommenden Ruhestand. Meine Frau und ich möchten deshalb unser Haus verkaufen und in eine Mietwohnung ziehen. Es besteht jedoch aufgrund eines WEF-Vorbezuges eine Veräusserungsbeschränkung. Muss ich nun mein Haus behalten oder den Vorbezug zurückzahlen?
05. Januar 2018, 09:41
Silvia Steiner, Stans

Sobald das mit PK-Geldern finanzierte Haus nicht mehr selbstbewohnt ist und vermietet oder verkauft wird, muss der getätigte Vorbezug aus der Pensionskasse grundsätzlich zurückgezahlt werden. Da eine Rückzahlung jedoch von Gesetzes wegen nur bis drei Jahre vor der Pensionierung möglich ist, kann diese in Ihrem Fall nicht mehr erfolgen und die Veräusserungsbeschränkung im Grundbuch kann folglich gelöscht werden.

Abhängig vom Alter

Der Grund, weshalb keine Rückzahlung des im Rahmen der Wohneigentumsförderung bezogenen Vorsorgekapitals erfolgen muss respektive kann, liegt in ihrem Fall somit beim Alter. Für jüngere Eigentümer, welche ebenfalls über die Veräusserung ihrer Liegenschaft nachdenken, ist eine Rückzahlung grundsätzlich zwingend. Eine Ausnahme besteht jedoch für all jene, welche innerhalb von zwei Jahren eine Ersatzliegenschaft erwerben und diese auch wieder selber bewohnen. Ist dies geplant, kann das Kapital auf einem Freizügigkeitskonto parkiert werden und später für den Erwerb der neuen Liegenschaft verwendet werden. Selbstverständlich ist die Rückzahlung des Vorbezuges, der im Rahmen der Wohneigentumsförderung (WEF) getätigt worden war, auch freiwillig möglich. Seit Oktober 2017 beträgt der minimale Rückzahlungsbetrag 10 000 Franken und nicht mehr 20 000 Franken wie bisher. Die Rückzahlung erhöht einerseits das Altersguthaben und somit die spätere Altersrente, und andererseits sind möglicherweise auch die Risikoleistungen höher. Zudem werden die beim Vorbezug bezahlten Steuern anteilmässig zurückerstattet.

Kein Abzug beim Einkommen

Die Rückzahlung kann jedoch nicht vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden, wie dies bei einem «normalen Einkauf» der Fall ist. Sobald jedoch der Vorbezug zurückgezahlt wurde und noch Einkaufspotenzial vorhanden ist, können wieder steuerwirksame Einkäufe in die PK getätigt werden.

Im Rahmen der geplanten Revision des Bundesgesetzes über die Ergänzungsleistungen ist jedoch geplant, dass eine Rückzahlung des Vorbezugs bis zum Bezug der ordentlichen Altersrente möglich sein soll und im Umkehrschluss wohl auch zurückgezahlt werden müsste, wenn die Immobilie vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters veräussert würde. Eine Einschränkung der Vorbezugsmöglichkeit ist jedoch nicht vorgesehen.

Im Rahmen der Wohneigentumsförderung hat man bis zum 50. Altersjahr die Möglichkeit, sein gesamtes Altersguthaben für den Erwerb einer selbstbewohnten Liegenschaft zu verpfänden oder vorzubeziehen. Ab dem 50. Altersjahr ist der maximal mögliche Betrag für den Vorbezug beschränkt und darf höchstens so hoch sein, wie das Altersguthaben im Alter 50 war oder die Hälfte des aktuell vorhandenen Altersguthabens.

Silvia Steiner