Ratgeber

Winter: Wie halten wir die Altbauwohnung warm?

Ein Mann stellt die Heizung ein. (Neue LZ)
WOHNEN ⋅ Wir wohnen in einer Altbauwohnung, die in puncto Isolation nicht gerade auf dem neuesten Stand ist. Kein Wunder, wird es in den kalten Jahreszeiten manchmal recht fröstelig. Was können wir selber tun, um die Wohnung auf ökologisch vertretbare Weise warm zu halten?
25. November 2017, 09:10
Christian Frank

Um die Temperatur in einer Wohnung angenehm zu halten, muss einerseits die Heizung richtig eingestellt sein, andererseits die Wärme durch richtiges Lüften optimal genutzt werden. Der Erfolg dieser Massnahmen kann durch kleine Tricks zusätzlich vergrössert werden.

Die Heizung sollte in der Wohnung je nach Nutzungsart der Räume unterschiedlich eingestellt werden. In einem Wohn-/Arbeitsraum wird eine Temperatur von 20–22 °C empfohlen, was in der Regel Position 3 am Thermostatventil entspricht. Schlafzimmer und wenig genutzte Räume können auf 18 °C (Position 2), das Badezimmer auf 22 °C (Position 4) geheizt werden. Idealerweise wird die Raumtemperatur über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet, bevor die Regler korrigiert werden. Die Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen geschlossen halten, um unnötigen Temperaturausgleich zu vermeiden. Übrigens erhöhen sich die Heizkosten mit jedem Grad Raumtemperatur um etwa 6 Prozent – angepasstes Einstellen der Heizung spart also auch Mietnebenkosten.

Die Wärme sollte frei im Zimmer zirkulieren können. Über die Ästhetik eines frei stehenden Heizkörpers lässt sich streiten – er bietet indes die Gewähr, dass sich die Wärme ungehindert ausbreiten kann. Lange Vorhänge über den Radiator, ungünstig platzierte Möbel und auf die Heizkörper montierte Trockenstangen mit Handtüchern/Wäsche können bis 20 Prozent Wärme absorbieren. Stellen Sie Möbel nicht direkt vor die Heizkörper und nach Möglichkeit auch fünf Zentimeter von den Aussenwänden weg, damit keine feuchten Ecken entstehen.

Neben diesen Strategien zur optimalen Verteilung muss auch ein Entweichen der Wärme verhindert werden. Um frische Luft in die Wohnung einzulassen, werden drei- bis fünfmal am Tag alle Fenster für wenige Minuten zum Stosslüften geöffnet. Dauerlüftung durch offene Kippfenster sollte vermieden werden, weil dadurch Wände und Böden auskühlen. Dieser unnötige Wärmeverlust muss mittels zu warm eingestellter Heizkörper kompensiert werden – der Energieverbrauch steigt. Überdies sorgt das Stosslüften für bessere Frischluftzufuhr als offene Kippfenster. Wird nach dem Duschen oder Kochen richtig gelüftet, kann gleichzeitig auch die entstehende Luftfeuchtigkeit abziehen.

Läden und Storen schliessen

Über Nacht empfiehlt sich, Fensterläden/Storen und Vorhänge zu schliessen. Dies wirkt wie eine zusätzliche Isolationsschicht, sodass die Wohnung weniger auskühlt. Haben Sie ein Cheminée, lohnt sich die regelmässige Kontrolle, ob die Frischluftklappen geschlossen und die Haube heruntergelassen sind.

Falls diese Massnahmen nicht ausreichen, sollte der Vermieter kontaktiert werden, um weiterführende Massnahmen mit einem Energieberater zu klären. Zahlreiche Gemeinden/Energieversorger bieten solche Beratungen an. In der Stadt Luzern etwa hat der Gebäudebesitzer die Möglichkeit, kostenlos einen Energie-Coach beizuziehen. Für eine Sanierung der Gebäudehülle gibt es kantonale Förderbeiträge.

Christian Frank


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