Ratgeber

Hundekauf: Was muss berücksichtigt werden?

Symbolbild. (Archivbild: Alexandra Wey)
TIERE ⋅
20. November 2017, 14:57
Monika Neidhart, Goldau

Es ist einiges abzuklären: Wer hat die Hauptverantwortung für den Hund? Wer geht mit ihm regelmässig längere Zeit spazieren? Wer füttert ihn? Erzieht ihn? Hütet ihn, wenn die Familie nicht da ist? Hat es Hausbewohner, die Angst vor Hunden haben? Können Sie diesen ausweichen? Hat ein Familienmitglied Erfahrungen mit Hunden? Wo ist der Hund, wenn Sie in die Ferien gehen? (Mehr dazu siehe auch: Merkblatt Haltung von Hunden im Kanton Luzern, www.veterinaerdienst.lu.ch )

Dann hat der Hund tägliche Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen: genügend Auslauf, genügend Kontakt mit seiner Familie, Kot aufnehmen, Füttern (zweimal täglich), Fellpflege.

Nicht ausser Acht lassen sollte man auch die Kosten, die ein Hund verursacht: Kauf, Versicherung, Futter (Kosten stark von Grösse abhängig!), Tierarzt (nur schon die obligatorischen Impfungen), Hundesteuer, Hundeschule, Ferienaufenthalt oder aber spezielle Impfungen für Ferien im Ausland.

Tierheim oder Züchter?

Sicher suchen alle die Tierheimhunde einen guten Platz. Doch meistens ist von ihrer Vorgeschichte nur sehr wenig bekannt. Wurde der Hund im Tierheim abgegeben, weil er mit Kindern nicht klarkommt – oder mit Kindern in einem bestimmten Alter? Ich empfehle nur Tierheimhunde, wenn jemand den Umgang mit Hunden bereits gut kennt. Einfacher ist es, einen Rassehund zu kaufen, der mit Erwachsenen und Kindern gut sozialisiert wurde. Viele Züchter geben sich diesbezüglich sehr grosse Mühe.

Gross oder klein?

Die Grösse des Hundes bestimmt derjenige, der die Hauptverantwortung übernimmt. Kinder dürfen gerne mithelfen, aber die Verantwortung liegt bei Ihnen, den Eltern. Ich rate von einer grossen Rasse ab, da diese Tiere der Umgebung oft Angst einflössen und Grösse und Gewicht kaum zu «bändigen» sind, wenn der Hund eine andere Idee im Kopf hat als Sie. Kleinst- und Kleinhunde hingegen sind kein Spielzeug und werden von Kindern oft überfordert. Sind die Kinder alt genug, ist der Besuch eines Kind/Hund-Kurses zu empfehlen.

Hunde werden seit Urzeiten für bestimmte Zwecke gezüchtet (Jagdhunde, Wachhunde, Treibhunde …). Ihre Wahl sollte nicht auf einen «Spezialisten» fallen, dem Sie diesbezüglich nichts zu bieten haben. Labradore etwa gehören zu den Retrievern. Ihre ursprüngliche Aufgabe war, abgeschossene Enten zu suchen und zu apportieren. Es sind daher eigenständige, ausdauernde Suchhunde. Das bedeutet, dass sie systematisch ein Feld oder ein Gewässer absuchen, um das geschossene Federvieh einzusammeln. Genau wegen dieser Eigenschaft – ausdauernd, eigenständig, willig – werden sie zu Blindenführhunden ausgebildet – als Wachhund oder Schutzhund aber taugen sie nicht.

Terrier sind Jagdhunde. Die kleinen haben sich früher vor allem mit Ratten angelegt, der grösste Terrier, der Airedale­terrier, wurde für die Grosswildjagd eingesetzt. Sehr viele Ter­rierarten sind heute gut un­serer Gesellschaft angepasst, aber trotzdem nicht einfache Hunde.

Lassen Sie sich punkto Grösse, Rasse, Aussehen von einer neutralen (nicht Züchter!) Person oder Organisation (Schw. Kynolog. Gesellschaft, www.skg.ch ) beraten, bevor Sie entscheiden.

Dr. med. vet. Susi Paul, Meggen

Fachtierärztin für Verhaltens­medizin STVV

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