Salzkorn

04. Januar 2018, 07:59

Eigentlich hatte man es ja kommen sehen. Schon Wochen, bevor die Frage eines institutionellen Rahmenabkommens zu den jüngsten Spannungen im Verhältnis zwischen Brüssel und Bern geführt hat, setzten die EU-Finanzminister unser Land auf eine sogenannte graue Liste. Und wenn die Schweiz ihr Unternehmenssteuerrecht nicht bald anpasst – der erste Anlauf scheiterte an der Urne –, kommt sie wohl auf eine schwarze Liste. Auf solchen Listen steht niemand gern. Man frage nur die vielen Tiere und Pflanzen, die sich auf den roten Listen der bedrohten Arten befinden.

Gibt es denn keine positiven Listen? Doch. Deutschland zum Beispiel kennt die weisse Liste empfohlener Spitäler, Ärzte und Ärztinnen. Sie kann vor allem in Notfällen gute Dienste leisten. Und wer weiss, vielleicht findet sie dereinst einmal europaweite Verbreitung. Das würde die Position der Schweiz in Brüssel verbessern. Unser neuer Aussenminister Ignazio Cassis ist nämlich von Haus aus Arzt. stb.