«Tatort»

Solide gebaut, typisch kölsch

21. Januar 2018, 05:17

«Bausünden»ist eine klassische Folge aus Köln, gedreht von Kaspar Heidelbach, der schon 1997 den ersten Kölner «Tatort» in Szene setzte. Nun, 21 Jahre später, hat dieser Regisseur im Krimi sogar einen kleinen Cameo-Auftritt – als Zeuge mit Hund. Bulldogge Hilde hat die Leiche entdeckt, eine vom Balkon gestürzte Hotelangestellte. Und gleich wenn Hilde treuherzig in die Kamera schaut, weiss man: Jetzt folgt ein «Tatort», wie man ihn mit Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) gewohnt ist.

Keine Experimente, gute Spannung, klassische Ermittlungsarbeit, ausgewogenes Tempo, versierte Schauspieler, solide Arbeit. Ein paar Klischees dürfen nicht fehlen: Ehemalige Berufssoldaten stürzen sich aus fahrenden Autos und haben aufrechte Gefühle. Inhaber von international renommierten Architekturbüros sind masslos arrogant. Und Frauen mit ungewöhnlichen sexuellen Vorlieben sollte man besser nicht über den Weg trauen.

Und darum geht es in dieser echt kölschen Folge, die übrigens mit federleichter Musik aus der Feder Klaus Doldingers begeistert: Grossarchitekt Könecke (grossartig unsympathisch Julian Weigend) baut in Katar für die Fussball-WM 2022. Allein, sein Unternehmen ist angeschlagen. Und sein Bauleiter Lars Baumann (Hanno Koffler) ist es ebenso: Er sucht panisch nach seiner verschwundenen Frau, Assistentin der Geschäftsführung in der Baufirma und Gespielin wohl diverser Bau- und sonstiger Löwen. Und dann ist da natürlich noch die Angestellte des Kölner Hotels, die Hündin Hilde gleich zu Beginn finden darf. Und deren Ableben bei der Currywurst der Kommissare abschliessend und wie nebenbei besprochen wird.

Susanne Holz

Hinweis

«Tatort» aus Köln: «Bausünden». Heute, 20.05 Uhr, SRF 1.


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