Scharfgezeichnet

Gieriger Blechpolizist

28. Januar 2018, 05:16
Michael Genova

Roboter werden die Menschen schon baldüberflüssig machen. Damit drohen uns Zukunftsforscher seit Jahrzehnten. Noch kommen in der Ostschweiz zwar keine Robo-Polizisten zum Einsatz wie etwa in Dubai. Dort beobachten seit Ende 2017 selbstfahrende Mini-Autos Menschenmengen und fahnden nach gesuchten Personen.

In St. Gallen begnügt man sich vorerst mit den Robo-Cops der ersten Generation. Gemeint sind die mausgrauen Radargeräte, die am Strassenrand mit ihren blitzenden Augen rasende Autofahrer aufspüren. Auch dieses Jahr informierte die Kantonspolizei über die Zahl der erwischten Temposünder. Und noch viel wichtiger: Die Statistik offenbarte krasse Einkommensunterschiede im Polizeikorps.

So hat ein Blechpolizist in Schwarzenbach in nur 49 Tagen über eine Million Franken verdient. Und in Ricken kassierte ein anderer Robo-Cop in 74 Tagen rund 860000 Franken. Damit kommen die gierigen Roboter auf einen Jahreslohn von vier bis acht Millionen Franken. Zum Vergleich: Ein Polizist aus Fleisch und Blut verdient läppische 70000 Franken pro Jahr.

Angesichts solcher Unterschiede ist klar: Wir müssen die Blechpolizisten zurückdrängen! Höchste Zeit also, den Dorfpolizisten wieder mit dem Bussenblock loszuschicken.

Michael Genova

michael.genova@ostschweiz-am-sonntag.ch


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