Salzkorn

31. Oktober 2016, 02:40

Demokratie kann höchst unterhaltsam sein. Das gilt auch für die sogenannte Aktionärsdemokratie. An Generalversammlungen (GV) gehen zuweilen die Emotionen hoch, sind sogar Überraschungen möglich. So weigerten sich beispielsweise vor sechs Jahren die UBS-Anteilseigner, der ehemaligen Führung unter Marcel Ospel Décharge zu erteilen. Vor drei Jahren musste der Novartis-Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella unter Aktionärsdruck auf einen 72-Millionen-Bonus verzichten. Und 2015 wie 2016 standen die GV des Baustoffherstellers Sika im Zeichen eines erbitterten Kampfes zwischen der heutigen Leitung und den Erben des Firmengründers.

Umso mehr erstaunt, was sich dieser Tage an der GV eines Unternehmens ausgerechnet der Unterhaltungsbranche abspielte. Da ist das wichtigste Firmenprodukt – der FC St. Gallen – am Markt kaum konkurrenzfähig. Doch kein Aktionär stellt eine Frage, einen Antrag gar. So verläuft der Anlass denn wie ein Gottesdienst. Oder präziser: wie die Frühmesse. stb.


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