Salzkorn

09. September 2016, 02:40

Die ETH Zürich (Jahresbudget rund 1,5 Milliarden) hat kein Geld mehr für die vierte Landessprache. Sie streicht die finanzielle Unterstützung für das Studienfach Rätoromanisch, das an der Universität Zürich gelehrt wird. Einsparung: 100 000 Franken. Damit entfällt in Zürich die Vorbereitung von Lehrern für die zweisprachige Matur oder das entsprechende Lehrdiplom «rumantsch/tudestg».

Womit klar ist: Das Rätoromanische, seit 1938 immerhin in der Bundesverfassung als Landessprache verankert, ist heute nicht mehr wert als exotische «Orchideenfächer» wie Indologie oder Rumänisch. Da hilft anscheinend nicht einmal mehr der Hinweis auf Verfassung und ETH-Gesetz. Letzteres verlangt in Artikel 12: «Die ETH pflegen die Nationalsprachen und fördern das Verständnis für deren kulturelle Werte.»

Vielleicht wäre der Betrag ja durch den Verzicht auf weitere Studien über den durch Kuhglocken verursachten Stress oder gar durch etwas weniger Gender Studies wieder hereinzuholen? G. F. H.


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