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St.Galler Tagblatt

St.Galler Tagblatt Online, 28. Februar 2012 01:04:54

Salzkorn

Nun hat es am Samstag in der Arena doch wieder Jubel, Pfiffe, choreographische Inszenierung gegeben, all das, was es für eine Matchstimmung eben braucht. Womit der fussballerische Stimmungsboykott fürs erste einmal auf Eis gelegt scheint. Die Ostschweizer Fussballwelt darf hoffen, dass in den anstehenden Gesprächen auch die letzten Differenzen noch stimmiglich-minniglich überwunden werden können.

Weit schwieriger aber wird es sein, einen anderen Boykott zu beenden. Denn bedenklicher als der Stimmungsboykott in der Arena ist der Abstimmungsboykott an der Urne, das Schweigen der Mehrheit von Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern. An den Kantonsratswahlen vor vier Jahren beteiligten sich im Kanton St. Gallen gerade noch 35 Prozent, im Thurgau 34 Prozent der Stimmberechtigten.

Die Demokratie könnte darum vom Fussball nur lernen. Sie brauchte mehr Fans, mehr Fanarbeiter, mehr Choreographie, eine soziokulturelle Fanarbeit und eine begeistert-begeisternde Fankurve. J. O.

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