Tagblatt Online, 27. September 2008 01:05:35
Einmal mehr leere Kassen beim FC St. Gallen
von Markus Scherrer
Die sportlichen Perspektiven des FC St. Gallen sind derzeit erfreulich. Jetzt werden sie aber durch finanzielle Probleme getrübt. Im ersten Halbjahr 2008 hat die FC St. Gallen AG einen Verlust von 1,5 Millionen Franken erwirtschaftet. Der Versuch, den Abstieg mit allen Mitteln zu verhindern, hatte seinen Preis.
Die ohnehin angespannte Finanzlage des Clubs hat sich derart verschlechtert, dass der FC St. Gallen AG eine Überschuldung droht. Der neue Verwaltungsrat, der die Bilanz nun sanieren «darf», bezeichnet die Situation als ernst. Die Crew um Präsident Michael Hüppi wird im November an der Generalversammlung unter anderem eine Kapitalherabsetzung auf rund 500 000 Franken beantragen. An diesem Schritt werden all jene Kleinaktionäre keine Freude haben, die im Juli an der Generalversammlung der früheren Führung die Decharge verweigern wollten, aber am Ende machtlos zusehen mussten, wie die Grossaktionäre die Rechnung trotzdem durchwinkten.
Es ist nicht neu, dass in der Vergangenheit vieles schief gelaufen ist. Und es mag sein, dass die Kleinaktionäre, Donatoren und Sponsoren der beim FC St. Gallen stets wiederkehrenden Spendenaktionen längst überdrüssig sind. Doch auch diesmal wird es keinen anderen Weg geben, um den Club wieder auf eine gesunde finanzielle Basis zu stellen. Der neue Verwaltungsrat, der in einer im Club zuletzt selten gewordenen Offenheit über die Situation orientierte, verdient diese Unterstützung. m.scherrer@tagblatt.ch
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