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Tagblatt Online, 25. August 2011 01:08:26

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In einem der von Kanton und Bund unterstützten projets urbains wird in Rorschach erarbeitet, wie sich in «Quartieren mit besonderen Anforderungen» Lebensqualität und Integration verbessern lassen.

Für Quartierentwicklung den Blickwinkel weiten

In Rorschach gilt das projet urbain einem Quartier, das bei der Industrialisierung explosionsartig entstand, sich baulich seit hundert Jahren kaum mehr veränderte und mehrheitlich von Ausländern bewohnt wird. Der Stadtrat setzt stark auf bauliche Erneuerung. Sozialarbeiter wollten den Schwerpunkt hingegen bei Partizipation und Integration setzen. Es kam zum Bruch. Und seither führen diese Kritiker und die Behörde einen fruchtlosen Streit um die Frage, ob sich das projet urbain Häusern und Plätzen oder Menschen annehmen soll.

Wer das nicht ohnehin als logisch erachtet, erkennt an ersten Resultaten, dass beides zusammengehört. Das projet urbain führte Menschen zusammen, und solche Treffen förderten hauptsächlich Wünsche und Ideen für bessere Gestaltung des öffentlichen Raums und mehr Gemeinschaftsleben zutage. Für bauliche Verbesserung hat die Stadt erste, gute Projekte. Für nichtmaterielle Lebensqualität muss sie noch mehr tun. Unabhängig davon, ob der Bund auch für eine zweite Phase Beiträge leistet, sollte sie nebst Bauinvestitionen auch die soziale Quartierarbeit fortsetzen und beides auf weitere Stadtteile ausdehnen. Weil Rorschach fast nur das Zentrum der Stadt am See umfasst, deshalb auf dem Grossteil des Gemeindegebietes Quartierentwicklung und Integration zu leisten ist, wird das eine grosse finanzielle Herausforderung. Da ist auch der Kanton gefordert, trotz Spardrucks das Mögliche beizutragen aus seinen Mitteln für Integration. Fritz Bichsel

fritz.bichsel@tagblatt.ch





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