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Tagblatt Online, 21. Oktober 2008 08:42:00

Wie spare ich Prämien?

Trotz Prämienanstieg bei der Krankenkasse sparen. Wie geht man vor, was ist zu beachten.

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Akten mit Krankengeschichten. Wie hoch werden künftig die Krankenkassenprämien für die Patienten?

Richard Eisler*

Im kommenden Jahr steigen die Krankenkassenprämien wieder stärker an – laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zwischen -0,1% im Kanton Genf bis 6,7 % im Kanton Obwalden. Im Kanton St. Gallen kommt es laut BAG im Durchschnitt zu einem Prämienaufschlag von 5,4 Prozent für Erwachsene. Gesamtschweizerisch steigen die Prämien durchschnittlich um 2,6%. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, auch 2009 weniger statt mehr Prämien zu zahlen.

Potenzial in Grundversicherung

In diesen Tagen erhalten alle Versicherten die Prämienausweise ihrer bisherigen Krankenkasse mit den für sie geltenden Prämien, angebotenen Franchisen und die dabei gewährten Rabatte für das kommende Jahr. Der von den Krankenkassen verschickte Prämienausweis ist unterteilt in die Prämie für die Grund- und die Zusatzversicherungen. Dabei schlägt die Grundversicherung stärker zu Buche als die Zusatzversicherung – entsprechend grösser ist hier das Sparpotenzial.

Wer bei der Grundversicherung Prämien sparen will, kann dies auf drei Arten tun: Man kann zu einer günstigeren Krankenkasse wechseln. Ist man bereits bei einer günstigen Krankenkasse versichert oder will man die Krankenkasse nicht wechseln, kann man sich bei seiner bisherigen Kasse auch nach einem alternativen Versicherungsmodell erkundigen. Ansonsten kann man die Franchise optimieren.

Die einfachste Möglichkeit, Prämien zu sparen, ist ein Wechsel der Krankenkasse. Am schnellsten findet man die günstigste Krankenkasse seiner Region bei einem Internet-Vergleichsdienst wie zum Beispiel www.praemien.admin.ch des BAG oder www.comparis.ch. Dort kann man sich gemäss individueller Situation und Präferenzen eine Übersicht verschaffen.

Deadline ist der 27. November

Der Wechsel selbst ist einfach und schnell erledigt. Wichtig dabei ist, dass das Kündigungsschreiben bis zum letzten Arbeitstag im November bei der bisherigen Krankenkasse eingetroffen ist. Dieses Jahr muss es also spätestens am Donnerstag, 27. November auf die Post, am besten per Einschreiben.

Gut zu wissen: Die Leistungen der Kasse in der Grundversicherung sind gesetzlich vorgeschrieben. Es besteht also nicht die Gefahr, dass die neue Krankenkasse weniger Leistungen vergütet als die alte. Ausserdem sind die Krankenkassen verpflichtet, jeden Antragsteller in ihrem Tätigkeitsgebiet in die Grundversicherung aufzunehmen.

Wer bereits bei einer günstigen Krankenkasse ist oder nicht wechseln will, kann mit der Wahl eines alternativen Versicherungsmodells wie TelMed, HMO oder Hausarztmodell Geld sparen. In der Regel nimmt der Versicherte dabei gewisse Einschränkungen in Kauf. Beim Hausarzt-Modell muss er jeweils zuerst einen Hausarzt, der von der Krankenkasse akzeptiert sein muss, konsultieren. Beim HMO, das sind Ärzte, die sich in einer Gruppenpraxis organisieren, muss der Patient im Behandlungsfall zuerst eine HMO-Praxis aufsuchen. Je nach Modell und Krankenkasse wird die Einschränkung mit bis zu 25 Prozent Prämienrabatt honoriert.

Hohe Franchise, niedrige Prämie

Auch mit der Optimierung der Franchise kann Geld gespart werden. Die Franchise ist die jährliche, eigene Kostenbeteiligung im Krankheitsfall, also der Betrag, den man zuerst aus der eigenen Tasche bezahlen muss. Die Standard- oder Grundfranchise beträgt für Erwachsene 300 Franken.

Ist man nicht oft krank, lohnt sich eine höhere Franchise, weil die höhere Kostenbeteiligung mit Prämienrabatten belohnt wird. Die maximale Wahlfranchise liegt bei 2500 Franken. Das Erhöhen der Franchise wird mit einem Rabatt von höchstens 1760 Franken belohnt. Allerdings darf die reduzierte Prämie nicht kleiner sein als 50 Prozent der Prämie mit Grundfranchise. Achtung: Hat man wider Erwarten hohe Gesundheitskosten, kann es sein, dass mit einer hohen Franchise am Ende mehr bezahlt werden muss als mit der Grundfranchise.

Sparbeispiel für St. Gallen

Wer diese drei Sparmöglichkeiten konsequent anwendet, kann bei den Prämien erheblich sparen, wie das folgende Beispiel (vgl. Grafik)zeigt: Eine vierköpfige Familie (2 Erwachsene, 2 Kinder, je mit Grundfranchise und Unfalldeckung) aus der Stadt St. Gallen müsste 2009 bei ihrer Krankenkasse, Visana, Fr. 10 826.40 Prämien zahlen. Wechselt die Familie ins Hausarztmodell von Visana, reduziert sich die fällige Jahresprämie um über 2100 Fr. auf Fr. 8661.60. Wechselt die Familie zur günstigsten Krankenkasse mit Standardmodell, sind nur noch Fr. 6796.80 Prämien fällig. Auch hier könnte noch das Hausarztmodell oder ein anderes alternatives Versicherungsmodell gewählt werden. Rechnen beide Elternteile damit, gesund zu bleiben, kann zusätzlich noch mit der optimierten Franchise gespart werden.

*Richard Eisler, Geschäftsführer, Internetvergleichsdienst comparis.ch




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